Bilanz nach der Global Reporting Initiative Bilanz nach der Global Reporting Initiative

GRI_MDS_June_2018

Die Commerzbank berichtet über ihre Nachhaltigkeitsleistung für das Jahr 2017 nach den Standards der Global Reporting Initiative (GRI, Version 2016), Option „In Übereinstimmung: Kern“. Die Auswahl der Angaben, über die wir berichten, erfolgte auf Basis einer Ende 2015 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse. Gleichzeitig ist diese Bilanz unser jährlicher Fortschrittsbericht („Communication on Progress“) über den Stand der Umsetzung der zehn Prinzipien des UN Global Compact (UNGC).

Diese Bilanz lag der GRI zur Durchführung des „GRI Materiality Disclosures Service“ vor. Dabei bestätigte die GRI die korrekte Positionierung der „GRI Materiality Disclosures“ (102-40 bis 102-49).

GRI-Inhaltsindex

101 Grundlagen

Wir haben beim Erstellen der vorliegenden GRI-Bilanz die Inhalte aus dem Standard „101 Grundlagen“ berücksichtigt.

102 Allgemeine Angaben

Alle einklappen Alle ausklappen

1 Organisationsprofil

Nr.        AngabeUNGCSDG
102-1Name des Unternehmens
Commerzbank AG
  
102-2Aktivität, Marken, Produkte und Dienstleistungen
Die Commerzbank AG bietet in den zwei Geschäftsbereichen Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden ein umfassendes Portfolio an Bank- und Kapitalmarktdienstleistungen. Ihre Töchter Comdirect in Deutschland und mBank in Polen sind zwei der weltweit innovativsten Onlinebanken. 80 % ihrer relevanten Prozesse wird die Bank im Rahmen der Strategie „Commerzbank 4.0“ bis 2020 digitalisieren und das Angebot der digitalen Multikanalbank weiter ausbauen.
  
102-3Ort des Hauptsitzes
Der Sitz der Commerzbank AG befindet sich in Frankfurt am Main, Deutschland.
  
102-4Betriebsstätten
Die Commerzbank hat Standorte in knapp 50 Ländern. Im Ausland ist die Bank mit 6 wesentlichen Konzerngesellschaften, 21 operativen Auslandsniederlassungen (2016: 23) sowie 32 Repräsentanzen und Financial Institutions Desks (2016: 34) an allen wichtigen Finanzplätzen der Welt vertreten. Der Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten liegt dabei auf Europa. Für Details zur weltweiten Präsenz siehe Geschäftsbericht 2017 (Umschlag hinten).
  
102-5Eigentum und Rechtsform
Die Commerzbank AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Zum 31. Dezember 2017 befanden sich rund 50 % der Commerzbank-Anteile im Besitz unserer Großaktionäre Bundesrepublik Deutschland, Cerberus und BlackRock sowie unserer überwiegend in Deutschland beheimateten Privataktionäre. Rund 50 % aller Commerzbank-Aktien entfielen auf institutionelle Investoren. Der Streubesitz, der sogenannte Free Float, lag bei knapp 75 %.

Aktionärsstruktur (PDF, 96 kB)
  
102-6Bediente Märkte
Die Commerzbank ist eine führende Geschäftsbank mit Standorten in knapp 50 Ländern auf allen Kontinenten. Insgesamt betreut die Bank mehr als 18 Mio. Privat- und Unternehmerkunden sowie über 60.000 Firmenkunden, multinationale Konzerne, Finanzdienstleister und institutionelle Kunden. Die Commerzbank wickelt rund 30 % des deutschen und einen wesentlichen Anteil des europäischen Außenhandels ab. Mit rund 1.000 Filialen betreibt sie in Deutschland ein flächendeckendes Filialnetz, über das alle Kundengruppen betreut werden. Zusätzlich ist die Commerzbank mit 390 Auslandsfilialen (2016: 373) an den für ihre Kunden wichtigsten Wirtschaftszentren direkt vertreten.
  
102-7Größe des Unternehmens
Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete der Commerzbank-Konzern mit rund 49.300 Mitarbeitern Bruttoerträge von 9,2 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis von 1.303 Mio. Euro. Das den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis war trotz Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 808 Mio. Euro positiv und betrug 156 Mio. Euro. Die Bilanzsumme lag zum 31 Dezember 2017 bei 452,5 Mrd. Euro.

Zentrale Unternehmenskennzahlen Commerzbank-Konzern (PDF, 37 kB)
  
102-8Informationen über Angestellte und andere Mitarbeiter
Zum Jahresende 2017 waren 30.876 Mitarbeiter für die Commerzbank AG Inland tätig. Hinzu kommen 2.961 Mitarbeiter, die in der Commerzbank AG Ausland beschäftigt sind. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Mitarbeiterangaben im Folgenden auf die Beschäftigten der Commerzbank AG Inland. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Beschäftigten in der Commerzbank AG Inland um 1.166 zurück. Die Mehrheit der Mitarbeiter hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Derzeit arbeiten rund 28 % unserer Mitarbeiter in Teilzeit.

Gesamtbelegschaft Commerzbank AG Inland nach Geschlecht und Beschäftigungsart (PDF, 37 kB)
Geschlechterverteilung Commerzbank AG Inland nach Beschäftigungsverhältnis und Vertrag (PDF, 36 kB)
Belegschaft Commerzbank AG Inland nach Arbeitsorten und Vertrag (PDF, 36 kB)
6 
102-9Lieferkette
Die Kernproduktkategorien der Beschaffung bei Zulieferern und Dienstleistern in der Commerzbank sind die Infrastruktur zur Datenverarbeitung (unter anderem Netzwerktechnik, Rechenzentrum, Telekommunikation), Marktdaten, Servicedienstleistungen (insbesondere Beratung, externe Personalleistung, Mobilitätsdienstleistungen) sowie Gebäude, Logistik und Versicherung (zum Beispiel Bauleistungen, Gebäudebetrieb, Banktechnik). Zu den Nachhaltigkeitskriterien siehe 308/103 und 414/103.
  
102-10Signifikante Änderungen im Unternehmen und dessen Lieferkette
Wichtige personelle und geschäftspolitische Ereignisse werden im Geschäftsbericht 2017 (S. 58 f.) detailliert dargestellt. Neben Änderungen in Vorstand und Aufsichtsrat war dies im Juli 2017 insbesondere die Einigung mit den Arbeitnehmergremien auf einen Rahmeninteressenausgleich und einen Rahmensozialplan. Die verbindlichen Vereinbarungen bilden die Grundlage für den möglichst sozialverträglichen Stellenabbau, den die Bank im Herbst 2016 als Teil der Strategie „Commerzbank 4.0“ angekündigt hat. Nachdem das Joint Venture mit BNP Paribas Personal Finance S. A. mit Wirkung zum 18. August beendet wurde, gingen rund 300.000 Kundenverträge mit einem Ratenkreditportfolio von insgesamt 3,5 Mrd. Euro von der „Commerzbank Finanz GmbH“ auf die Commerzbank über. Des Weiteren wurde 2017 der Verkauf der Beteiligungen am Edelmetallverarbeiter Argor-Heraeus SA und am Kreditkartengeschäftsdienstleister Concardis GmbH abgeschlossen. Außerdem hat sich die Commerzbank Anfang Dezember 2017 mit der HSBC Transaction Services GmbH auf eine strategische Partnerschaft bei der Wertpapierabwicklung geeinigt.
  
102-11Vorsorgeprinzip oder Vorsichtsmaßnahmen
Wir haben im Nachhaltigkeitsmanagement der Commerzbank Handlungsfelder definiert, die unsere zentralen Herausforderungen beschreiben und zugleich den Rahmen unserer Antworten darauf bilden: Nachhaltige Unternehmensführung, Markt & Kunden sowie Umwelt & Gesellschaft. Denn wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, um Risiken für unser Geschäft zu vermeiden und zugleich Chancen für eine zukunftsorientierte Ausrichtung zu erschließen. Entscheidend für ein erfolgreiches Risikomanagement sind die Identifikation aller wesentlichen Risiken und Risikotreiber, das unabhängige Messen und Bewerten dieser Risiken sowie eine hierauf aufbauende risiko- und ertragsorientierte Steuerung im Rahmen einer zukunftsorientierten Risikostrategie. Details siehe Konzernrisikobericht im Geschäftsbericht 2017 (S. 99 ff.).

Die frühzeitige Erkennung von und der adäquate Umgang mit ökologischen oder sozialen Risiken fließt über das Reputationsrisiko-Management in die Gesamtrisiko-Strategie und -Steuerung des Konzerns ein. Im Rahmen dieses Reputationsrisiko-Managements prüfen wir Produkte, Geschäfte und Kundenbeziehungen, bei denen Nachhaltigkeitsaspekte eine besondere Rolle spielen. Der Fokus liegt dabei auf ethisch, sozial oder ökologisch sensiblen Themenfeldern, wie zum Beispiel Rüstungsgütern, Energieerzeugung und Rohstoffgewinnung. Das Reputationsrisiko-Management legt Voraussetzungen und Grenzen für die Geschäftstätigkeit der Commerzbank fest, indem es differenziert bewertet und Geschäfte, Produkte oder Kundenbeziehungen unter bestimmten Bedingungen ablehnt. 2017 prüfte das Reputationsrisiko-Management rund 6.000 Einzelfälle (2016: 6.200). Details zum Reputationsrisiko-Management siehe Kapitel Sustainable Finance.

Prüfanfragen im Reputationsrisiko-Management im Jahresvergleich (PDF, 65 kB)
  
102-12Externe Initiativen
Mit der Mitgliedschaft in renommierten Vereinigungen bekennt sich die Commerzbank seit Jahrzehnten zu ihrer Verantwortung als Finanzdienstleister. Dazu zählen unter anderen:

  • Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M., seit 1987)
  • Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU, seit 2006)
  • Umweltforum Rhein-Main e. V. (seit 2009)
  • Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB, seit 2010)
  • UPJ e. V. (seit 2013)
  • Roundtable on Sustainable Palm Oil (seit 2014)
  • Green Bond Principles (seit 2014)


Weiterhin sind wir Teilnehmer oder Unterzeichner folgender Initiativen:


Daneben beteiligen wir uns in verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv an der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsstandards:

  • Finanz-Forum Klimawandel des VfU (seit 2007, damals im Bundesministerium für Bildung und Forschung)
  • Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ im Bankenverband (seit 2013, Gründungsmitglied)
  • Sustainable Trade Working Group der International Chamber of Commerce (seit 2016)
  • Green Finance Working Group am Institute of International Finance (seit 2016)


Informationen zu ausgewählten Initiativen und Mitgliedschaften veröffentlichen wir auch in unserem quartalsweise aktualisierten Factsheet Nachhaltigkeit.

  
102-13Mitgliedschaft in Verbänden
Siehe 102-12.
  

2 Strategie

Nr. AngabeUNGCSDG
102-14Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine große Herausforderung unserer Zeit ist es, den Klimawandel und seine Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Wir bei der Commerzbank bekennen uns zu dem in Paris verabschiedeten 2-Grad-Ziel. Damit sind wir nicht allein: Die Gesellschaft insgesamt steht zunehmend hinter Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Immer häufiger werden Finanzinstitute gefragt, welchen Beitrag sie aus ihrem Kerngeschäft heraus leisten können, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Zahlreiche Initiativen formulieren hier Erwartungen. Dazu zählt beispielsweise auf internationaler Ebene die High-Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission. Wir als Commerzbank bringen unsere Expertise aktiv ein, etwa in die Arbeit des neuen Sustainable Finance Cluster Germany.
Und auch innerhalb der Bank treiben wir das Thema Nachhaltigkeit voran. Bereits Anfang 2017 hat das Sustainable Finance Committee (SFC) seine Arbeit aufgenommen. In diesem bankweiten Gremium sind alle Einheiten, die einen Beitrag zum Thema Sustainable Finance leisten können, vernetzt. Unser Ziel ist es, nachhaltige Beratungs- und Produktangebote für unsere Kunden auszubauen und neue Lösungen zu entwickeln.

Unabhängig davon sind wir auch heute schon gut positioniert: Mit einem Kreditvolumen von 5,2 Mrd. Euro gehören wir in Deutschland zu den größten Finanzierern von Projekten in erneuerbare Energien. Beim Thema Energieeffizienz haben wir von unserer führenden Position im Mittelstand profitiert: Rund 9 % der Fördermittel, die die KfW für diesbezügliche Investitionen in der deutschen Wirtschaft bereitgestellt hat, haben wir an unsere Kunden vermittelt. Die Finanzierung neuer Kohlekraftwerke lehnen wir nicht nur ab; wir beraten Energieversorger auch, wie sie ihren bestehenden Energiemix modernisieren können.

Aber wir wollen noch besser werden. Hier ist das SFC wichtig, um Nachhaltigkeit im Kerngeschäft stärker zu verankern.

Das geschieht ganz im Sinne der zehn Prinzipien des UN Global Compact (UNGC) für Menschen- und Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz und Bekämpfung der Korruption. Ebenso im Blick haben wir dabei die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

Die vorliegende Bilanz entspricht den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Sie stellt zugleich den UNGC-Fortschrittsbericht 2017 dar. Außerdem hat die Bank die EU-weit gültige CSR-Richtlinie umgesetzt und in einem ersten nichtfinanziellen Bericht dargelegt, wie das Thema unternehmerische Verantwortung in der Konzernsteuerung berücksichtigt ist.

Damit tragen wir dem Interesse von Kunden und Investoren an einem nachhaltigen Finanzsektor Rechnung.

Ihr
Martin Zielke

Vorstandsvorsitzender der Commerzbank AG
1-10 
102-15Wichtigste Auswirkungen, Risiken und Chancen
Die Commerzbank hat sich zum Ziel gesetzt, den globalen Herausforderungen als verantwortungsvoller Partner für eine nachhaltige Entwicklung zu begegnen. Dafür beobachten wir relevante Megatrends, analysieren aktuelle Entwicklungen und bewerten sie hinsichtlich potenzieller Chancen und Risiken. Wir sind kontinuierlich darum bemüht, mögliche negative Auswirkungen unserer Finanzdienstleistungen zu reduzieren. Um Risiken für Umwelt und Gesellschaft in ihren unternehmerischen Entscheidungen zu berücksichtigen, hat die Commerzbank 2017 ein Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft aufgesetzt. Darüber hinaus entwickeln und vertreiben wir Produkte und Finanzdienstleistungen, die zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Details dazu im Kapitel „Sustainable Finance“.

Gemeinsam mit Fachkollegen aus allen Bereichen hat das Nachhaltigkeitsmanagement 2017 das Nachhaltigkeitsprogramm der Commerzbank neu aufgelegt und Anfang 2018 aktualisiert. Darin sind rund 100 kurz-, mittel- und langfristige Ziele formuliert, an deren Umsetzung die Bank in den kommenden Jahren arbeiten und über dessen Umsetzung sie berichten wird.
  

3 Ethik und Integrität

Nr.        AngabeUNGC SDG
102-16Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen
Die Commerzbank will ihren Stakeholdern ein zuverlässiger Partner sein. „Die Bank an Ihrer Seite“ – an diesem Versprechen lässt sich die Commerzbank messen. Wir richten unser Handeln an ethischen Werten, Integrität und Fairness aus und verpflichten uns, alle Gesetze, Richtlinien und Marktstandards einzuhalten. Im Bestreben um eine nachhaltige Geschäftstätigkeit setzt die Commerzbank aber nicht allein auf das Einhalten geltenden Rechts und externer Vorschriften. Hinzu kommen freiwillige Selbstverpflichtungen wie der UN Global Compact sowie eine Reihe interner Leitlinien, die Mitarbeitern des Unternehmens klare Handlungsorientierung geben. Dazu zählen die verbindlichen Grundsätze der 2017 überarbeiteten globalen Verhaltensrichtlinie (Code of Conduct). Sie geben einen Orientierungsrahmen für korrektes und ethisch einwandfreies Verhalten bei der täglichen Arbeit und machen deutlich, was die Commerzbank und ihr Vorstand von allen Mitarbeitern im Konzern erwarten: nicht nur Gesetze, Regularien und interne Vorschriften einzuhalten, sondern auch, sich innerhalb unseres Wertegerüsts zu bewegen.

Wichtige Grundsätze für verantwortungsvolles Handeln bilden außerdem die


Diese Leitlinien finden sich im Überblick im Verantwortungsportal der Commerzbank.

1016

4 Unternehmensführung

Nr.        AngabeUNGC SDG
102-18Führungsstruktur
Der Vorstand der Commerzbank leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse. Er ist dabei den Belangen von Aktionären, Kunden, Mitarbeitern und sonstigen der Bank verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung verpflichtet. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, erörtert sie mit dem Aufsichtsrat und sorgt für ihre Umsetzung.

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat aus seiner Mitte insgesamt sieben Ausschüsse gebildet. Die aktuelle Zusammensetzung der Ausschüsse ist auf S. 13 des Geschäftsberichts 2017 nachzulesen. Weitere Angaben enthalten im Geschäftsbericht 2017 der Bericht des Aufsichtsrats (S. 6–12) sowie der Corporate-Governance-Bericht (S. 21–26).

Die Steuerung des Themas unternehmerischer Verantwortung erfolgt in der Commerzbank innerhalb der Konzernkommunikation in zwei Abteilungen:

  • Der Abteilung Corporate Responsibility obliegen die strategische Ausrichtung und die Koordination der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsleistungen der Bank. Sie ist auch verantwortlich für das gesellschaftliche Engagement der Commerzbank. Sie steht im Dialog mit Stakeholdern und ist für die interne und externe Kommunikation unternehmerischer Verantwortung zuständig.
  • Das Reputationsrisiko-Management überprüft Geschäfte und Produkte insbesondere darauf hin, ob sie mit unseren Nachhaltigkeitsgrundsätzen vereinbar sind. Dabei arbeitet es eng mit dem klassischen Risikomanagement der Bank zusammen und steht zu relevanten Themen im Austausch mit den entsprechenden Nichtregierungsorganisationen.


Organisation der unternehmerischen Verantwortung in der Commerzbank (PDF, 66 kB)

  
102-25Interessenkonflikte
Wo immer es um geschäftliche Interessen geht, kann es zu Interessenkonflikten kommen. Wir setzen alles daran, solche Konflikte zu vermeiden. Informationen dazu finden sich im Geschäftsbericht 2017 (S. 10 und 49).
 16
102-35Vergütungspolitik
Unseren Mitarbeitern bieten wir ein attraktives Vergütungspaket aus marktgerechten Grundgehältern, variablen erfolgsorientierten Zahlungen sowie zahlreichen Zusatzleistungen. Im Tarifbereich gelten die Tarifverträge für das private Bankgewerbe. Höhere Positionen vergüten wir außertariflich. Dazu haben wir alle Funktionen in der Bank bewertet, in Karriereleitern und -stufen zusammengefasst und mit marktkonformen Grundgehaltsbändern hinterlegt.

Seit 2017 gilt in Deutschland das Entgelttransparenzgesetz. Wie die Commerzbank die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in qualifizierten Positionen sowie die gleiche Vergütung von Frauen und Männern bei gleicher und gleichwertiger Tätigkeit fördert, ist im Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit dargelegt.

Detaillierte Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat enthält der Vergütungsbericht im Geschäftsbericht 2017 (S. 27–39).
  

5 Einbeziehung von Stakeholdern

Nr.        AngabeUNGC SDG
102-40Liste der Stakeholder-Gruppen
Unternehmerische Verantwortung zu übernehmen, bedeutet für die Commerzbank auch, den regelmäßigen Austausch mit externen und internen Anspruchsgruppen zu suchen. Im aktiven Dialog versuchen wir, den Erwartungen und Bedürfnissen unserer Stakeholder gerecht zu werden, sie in unsere Unternehmensstrategie einfließen zu lassen und unsere Sichtweisen darzulegen. Mit folgenden Anspruchsgruppen stehen wir insbesondere im Austausch:

  • Aktionäre/Investoren
  • Forschung/Wissenschaft
  • Kunden
  • Lieferanten
  • Medien
  • Mitarbeitern
  • Mitbewerbern/Finanzbranche
  • Nichtregierungsorganisationen
  • Politik
  • Zivilgesellschaft

  
102-41Kollektivvereinbarungen
In der Commerzbank nehmen der Gesamtbetriebsrat, die Gesamt-Jugend-und-Auszubildendenvertretung (GJAV), die Gesamtschwerbehindertenvertretung (GSBV), mehr als 20 örtliche Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) und Schwerbehindertenvertretungen (SBV) sowie für die leitenden Angestellten der Unternehmenssprecherausschuss die Interessenvertretung unserer Mitarbeiter wahr. Von den Interessenvertretungen sind alle Mitarbeiter der Commerzbank erfasst. Lediglich der Vorstand ist dort nicht vertreten. Die Gehälter der Tarifmitarbeiter werden über den Manteltarifvertrag für das private Bankgewerbe geregelt. Auch die Gehälter der am niedrigsten eingruppierten Mitarbeiter liegen deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.
38
102-42Ermittlung und Auswahl der Stakeholder
Die Commerzbank pflegt Beziehungen zu allen Organisationen und Gruppen, die Ansprüche, Wünsche oder Anregungen an das Unternehmen herantragen. Prioritär verfolgen wir den Dialog mit Anspruchsgruppen, die die ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Leistung der Commerzbank stark beeinflussen oder die von der ökonomischen, ökologischen oder gesellschaftlichen Leistung der Commerzbank stark betroffen sind.
  
102-43Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung
In ihren Leitlinien zur unternehmerischen Verantwortung verpflichtet sich die Commerzbank zum offenen und konstruktiven Dialog mit ihren Anspruchsgruppen. Diesem Austausch kommt angesichts des Vertrauensverlustes im Nachgang der Finanzmarktkrise eine große Bedeutung zu. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Dialog mit unseren Stakeholdern aktiv zu gestalten und die Ergebnisse im Sinne unserer unternehmerischen Verantwortung zu nutzen. Zu diesem Zweck erörtern wir beispielsweise mögliche Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Mensch und Umwelt regelmäßig mit Nichtregierungsorganisationen.

Um die Kundeninteressen bestmöglich zu berücksichtigen, bindet die Commerzbank ihre Kunden aktiv ein: Experten tauschen sich in verschiedenen Formaten mit Kunden aus, damit deren Ideen und Anregungen in die (Weiter-)Entwicklung von Services und Produkten einfließen können. Da die Digitalisierung neue Möglichkeiten zur unmittelbaren Kundenpartizipation bietet, plant und testet die Commerzbank derzeit neue Formate. So rief die Bank 2017 das „Customer Solution Lab“ ins Leben, um Kunden an der Entwicklung innovativer Produkte und Services zu beteiligen. Neue Konzepte werden mit Prototypen oder in Beratungsgesprächen vorgestellt und konstruktiv diskutiert. Dadurch erhält die Commerzbank unmittelbar konkrete Anregungen, um ihre Angebote schon bei der Entwicklung bestmöglich auf die Bedürfnisse ihrer Kunden auszurichten.

In der Veranstaltungsreihe „Commerzbank im Dialog 4.0“ diskutieren wir im Berliner Verbindungsbüro der Commerzbank drängende gesellschafts-, wirtschafts- und finanzpolitische Themen mit unterschiedlichen Interessengruppen. Im Berichtszeitraum ging es zum Beispiel um Digitale Transformation von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Auch mit dem regelmäßig stattfindenden „Politischen Frühstück“ fördern wir den Dialog. Während der parlamentarischen Sitzungswoche tauschen sich Gastredner mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen aus. 2017 standen etwa Sustainable Finance, Risk Management in Zeiten von Big Data und Advanced Analytics sowie die Frage „Mehr Europa – wozu?“ auf der Agenda. Im Rahmen der Gesprächsreihe „mittags.werkstatt“ wurde im Berichtszeitraum über das Thema Verbriefte Staatsanleihen (SBBS) diskutiert. Eine weitere Kommunikationsplattform bietet das „She-VIP-Lunch“. Hier setzen sich erfolgreiche Frauen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Medien und Diplomatie mit gesellschaftspolitisch interessanten Aspekten auseinander. 2017 war beispielsweise die erfolgreichste deutsche Filmproduzentin Regina Ziegler zu Gast.

Für die Beteiligung unserer Mitarbeiter am Unternehmensgeschehen setzen wir nicht nur auf Mitarbeiterbefragungen, sondern auch auf unser mehrfach ausgezeichnetes Ideenmanagement „WikIdee“. Über diese Onlineplattform können alle Mitarbeiter Vorschläge eingeben und diskutieren. Im Berichtsjahr wurden rund 1.700 Ideen eingereicht.

Überdies stehen wir im regelmäßigen Austausch mit nationalen wie internationalen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sowie den Verantwortlichen in der Politik, um auf die Klarheit und Verlässlichkeit von Regelungen zu Produkten und Dienstleistungen hinzuwirken – im Interesse unserer Kunden sowie einer langfristigen Planungsfähigkeit.

Angaben zur Kommunikation mit Aktionären finden sich im Geschäftsbericht 2017 (S. 25 f.).

Angaben zur Einbindung der Stakeholder in die Wesentlichkeitsanalyse finden sich unter 102-46.
  
102-44Schlüsselthemen und Anliegen der Stakeholder
Ein Ziel der Politik war es 2017, Banken stärker in die anstehenden Transformationsprozesse zur Eindämmung des Klimawandels und für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen einzubeziehen. Unter dem Stichwort Sustainable Finance gab es dazu im Berichtsjahr zahlreiche Initiativen und Arbeitsgruppen, in die wir uns aktiv einbringen konnten. Dazu zählen etwa der Arbeitskreis Nachhaltigkeit im Bankenverband, die Sustainable Trade Working Group der International Chamber of Commerce, die Task Force on Green Finance der European Banking Federation oder die Green Finance Working Group am Institute of International Finance. Außerdem engagiert sich die Commerzbank seit dessen Gründung 2017 im Sustainable Finance Cluster Germany (vormals Green Finance Cluster Frankfurt). Parallel dazu haben wir im Berichtsjahr mit großem Interesse die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosure sowie der High-Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission verfolgt. Seit Anfang 2017 vernetzt das Sustainable Finance Committee der Commerzbank alle Bereiche in der Bank, die einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Details dazu im Kapitel Sustainable Finance.

Unternehmerkunden haben sich 2017 im Rahmen von Workshops zur Digitalisierung des Liquiditätsmanagements aktiv in die Weiterentwicklung unseres Angebots eingebracht. Ergebnis ist unter anderem der Cash Radar: Diese Anwendung ermöglicht Unternehmerkunden nicht nur einen schnellen Überblick über ihre Finanzen. Auf Basis historischer Daten prognostiziert der Cash Radar die künftigen Salden aller einbezogenen Konten – auch von Drittbanken – für bis zu vier Monate als valide Planungsgrundlage.

Die Initiative „Unternehmer-Perspektiven“ greift zentrale Fragen mittelständischer Unternehmer auf und diskutiert sie mit dem Mittelstand in einem Netzwerk aus Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Politik. Grundlage sind repräsentative Umfragen unter 2.000 mittelständischen Unternehmern in Deutschland, die gemeinsam mit einem Beirat aus namhaften Persönlichkeiten interpretiert und kommentiert werden. Bis heute veröffentlichte die 2006 gegründete Initiative 17 Studien, die bei mehr als 500 Dialogveranstaltungen in ganz Deutschland und seit 2013 auch in der Schweiz vorgestellt und diskutiert wurden. 2017 stand dabei die Studie Next Generation: neues Denken für die Wirtschaft im Fokus.

Der Austausch mit Nichtregierungsorganisationen ist uns wichtig, um die möglichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Mensch und Umwelt zu diskutieren. Darüber hinaus wertet die Commerzbank entsprechende Studien regelmäßig aus. Die Ergebnisse fließen in unsere geschäftspolitischen Entscheidungen mit ein. Im Berichtsjahr standen weiterhin Klimaschutz und CO2-Emissionen durch Kohleverstromung im Fokus dieses Austausches.

Von den Feststellungen im Rahmen der Einigungen hinsichtlich Sanktions- und Geldwäscheverstößen mit verschiedenen US-Behörden hat die Commerzbank einen Großteil abgearbeitet. Darüber hinaus hat die Bank verschiedene Zwischenberichte des vom New York State Department of Financial Services (DFS) bestellten Monitors erhalten, die sie mit entsprechenden Implementierungsplänen beantwortet hat. Bei der Umsetzung der Implementierungspläne hat die Bank ebenfalls bereits gute Fortschritte erzielt und einen Großteil der Maßnahmen abgearbeitet. Des Weiteren fand 2017 eine verstärkte Kommunikation des Vorstands und Managements zur Unternehmenskultur unter anderem im Rahmen einer „Culture of Integrity“-Kampagne statt.

2017 fanden insgesamt sieben Aufsichtsratssitzungen statt. Zudem trafen sich jeweils die Vertreter der Arbeitnehmer und der Anteilseigner zu einer ganztägigen Strategiesitzung. Gegenstand aller ordentlichen Sitzungen war die aktuelle Geschäftslage der Bank. Vertieft behandelt wurden die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank, die Risikolage, die Strategie, die Planung, Compliance-Themen, das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem sowie die Situation der einzelnen Geschäftsfelder. Ferner wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats über den Stand der Zusammenarbeit mit dem US-Monitor informiert. Des Weiteren beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit Untersuchungen zu Cum-ex-Geschäften, mit personellen Veränderungen im Vorstand und der neuen Strategie der Commerzbank. Details zu den einzelnen Sitzungen finden sich im Geschäftsbericht 2017 (S. 7 f.).
  

6 Vorgehensweise bei der Berichterstattung

Nr.        AngabeUNGC SDG
102-45Liste der konsolidierten Unternehmen
Die vorliegende GRI-Bilanz bezieht sich grundsätzlich auf die Commerzbank AG (In- und Ausland). Ausnahmen sind jeweils kenntlich gemacht. Die Finanzkennzahlen werden auf Ebene des Konzerns erhoben und sind dem Geschäftsbericht 2017 der Commerzbank entnommen. Für eine Aufstellung aller darin konsolidierten Unternehmen siehe dort S. 260–264 sowie 278–280.
  
102-46Bestimmung von Berichtsinhalt und Themenabgrenzung
Welche Themen für das Unternehmen heute und in Zukunft wesentlich sind, hat die Commerzbank Ende 2015 im Rahmen einer mehrstufigen Wesentlichkeitsanalyse herausgearbeitet. Dafür wurden 13 Nachhaltigkeitsthemen hinsichtlich ihrer Relevanz und des Beitrags zum langfristigen Geschäftserfolg sowie zu einer nachhaltigen Entwicklung aus externer und interner Perspektive bewertet. Dabei sind wir wie folgt vorgegangen:

  • Für die Identifizierung der Nachhaltigkeitsthemen haben wir Studien, Standards und Ratings analysiert, die für das Unternehmen und die Branche von Bedeutung sind, und daraus 13 Nachhaltigkeitsthemen abgeleitet.
  • Sowohl die 13 Nachhaltigkeitsthemen als auch die Methode zur Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse wurden anschließend in einem internen Workshop diskutiert und freigegeben.
  • Die externe Relevanz der Themen haben wir durch eine internetbasierte Medienanalyse für den Zeitraum November 2014 bis Oktober 2015 ermittelt. Um das Ergebnis zu erhärten und auf die Zukunft auszurichten, wurden außerdem externe Stakeholder im Rahmen einer Onlinebewertung zur künftigen Relevanz der 13 Nachhaltigkeitsthemen befragt.
  • Die interne Priorisierung erfolgte in einem Workshop mit Führungskräften aus den verschiedenen Unternehmensbereichen. Sie bewerteten den potenziellen Einfluss von Nachhaltigkeitsaktivitäten auf die folgenden geschäftsrelevanten Aspekte: Stärkung von Image und Marke, Stärkung der Mitarbeitermotivation, Reduktion von Kosten und Risiken, Kundengewinnung und -bindung.
  • Die daraus resultierende Wesentlichkeitsmatrix wurde von den Führungskräften diskutiert und im Nachgang als die gültige Darstellung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen der Commerzbank verabschiedet.
  • Basierend auf den Erkenntnissen der Wesentlichkeitsanalyse haben wir entschieden, welche weniger relevanten Themen von der Berichterstattung ausgeschlossen werden.
  • In einem letzten Schritt wurden dann die jeweiligen GRI-Aspekte den relevanten Themen zugeordnet und eine Einschätzung getroffen, ob die größte Einflussmöglichkeit innerhalb oder außerhalb der Commerzbank liegt.


Die Wesentlichkeitsanalyse wurde im Vorfeld der Erstellung des nichtfinanziellen Berichts 2017 dahingehend untersucht, auf welche Themen die Geschäftstätigkeit der Commerzbank signifikante Auswirkungen hat. Im Ergebnis zeigten sich keine neuen wesentlichen Themen. Eine Neuauflage der Wesentlichkeitsanalyse ist für das zweite Halbjahr 2018 geplant.

Wesentlichkeitsmatrix der Commerzbank AG (PDF, 48 kB)

  
102-47Liste der wesentlichen Themen
Sämtliche wesentlichen Themen sowie die Zuordnung ihrer Bedeutung inner- oder außerhalb des Unternehmens sind im nachfolgend hinterlegten PDF tabellarisch aufgeführt.

Wesentliche Themen und Zuordnung der GRI-Standards (PDF, 37 kB)
  
102-48Neuformulierung der Informationen
Die vorliegende Bilanz folgt erstmals den Vorgaben der GRI-Standards (2016). Eine Neudarstellung der Informationen fand nach Möglichkeit nicht statt, um den Vorjahresvergleich zu erleichtern. Anpassungen von Zahlen, über die wir in der Vergangenheit berichteten, machen wir gegebenenfalls über Fußnoten kenntlich.
  
102-49Änderung bei der Berichterstattung
Die vorliegende Bilanz folgt erstmals den Vorgaben der GRI-Standards (2016). Zu den sich dadurch ergebenden Änderungen bei der Zuordnung der wesentlichen Themen siehe 102-47.
  
102-50Berichtszeitraum
Alle Zahlen in dieser GRI-Bilanz beziehen sich auf den Zeitraum 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017. Über diesen Berichtszeitraum hinausgehende Informationen werden gegebenenfalls mit Datum gekennzeichnet. Redaktionsschluss war der 31. Mai 2018.
  
102-51Datum des aktuell vorherigen Berichts
Die letzte GRI-Bilanz erschien im Juli 2017 mit Angaben für das Berichtsjahr 2016. Zeitgleich veröffentlichte die Commerzbank das aktuelle Magazin zur unternehmerischen Verantwortung 2017.
  
102-52Berichtszyklus
Seit dem Berichtsjahr 2014 veröffentlicht die Commerzbank eine jährliche Aktualisierung der vorliegenden GRI-Bilanz. Im Zweijahresrhythmus gibt die Bank zusätzlich ihr Magazin zur unternehmerischen Verantwortung heraus, in dem wesentliche Themen aus dem Nachhaltigkeitsmanagement redaktionell beleuchtet werden. Alle bisherigen Berichte, Bilanzen und Magazine sind im Nachhaltigkeitsportal archiviert.
  
102-53Kontaktangabe bei Fragen zum Bericht
Commerzbank AG
Thekla Wießner
Group Communications
Corporate Responsibility
nachhaltigkeit@commerzbank.com
  
102-54Aussagen zu Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI Standards
Die GRI-Bilanz wurde in Übereinstimmung mit den GRI-Standards „Option Kern“ erstellt.
  
102-55GRI-Inhaltsindex
Die vorliegende GRI-Bilanz stellt zugleich den GRI-Inhaltsindex dar. Sie wurde erstmals nach den GRI-Standards (2016) der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Bei der Themenauswahl wurden im Kapitel Sustainable Finance zusätzlich die spezifischen branchenbezogenen Angaben für Finanzdienstleister berücksichtigt.
  
102-56Externe Prüfung
Die Verbrauchsdaten, der Erhebungsmodus und die berechneten CO2-Emissionen für die Commerzbank AG Inland werden seit 2009 im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und seit 2016 im Rahmen unseres Energiemanagementsystems nach ISO 50001 durch die DNV GL Business Assurance Zertifizierung und Umweltgutachter GmbH extern geprüft. Für 2017 werden in dieser GRI-Bilanz erneut auch die nicht verifizierten Umweltdaten der Commerzbank AG Ausland dargestellt. Eine externe Verifizierung der gesamten GRI-Bilanz findet nicht statt.
  

Wesentliche Themen

1. Wirtschaft

Alle einklappen Alle ausklappen

201 Wirtschaftliche Leistung

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Das aktuelle Niedrigzinsumfeld, gesetzliche Regelungen und die Digitalisierung beeinflussen das Bankgeschäft grundlegend. Auch die Art und Weise, wie Kunden ihre Bankgeschäfte erledigen möchten, hat sich stark geändert. Die Commerzbank stellt sich diesen großen Herausforderungen mit der strategischen Neuausrichtung „Commerzbank 4.0“. Im Zentrum der neuen Strategie stehen fokussiertes Wachstum, Digitalisierung und Effizienz. Die Bank wird sich konsequent auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, 80 % ihrer relevanten Prozesse digitalisieren, dadurch signifikante Effizienzgewinne realisieren und bis Ende 2020 ihre Profitabilität erhöhen. Ihr Geschäft fokussiert sie in den zwei Kundensegmenten „Privat- und Unternehmerkunden“ sowie „Firmenkunden“. Im Abbausegment „Asset & Capital Recovery (ACR)“ hat die Commerzbank neben Teilen des Staatsfinanzierungsgeschäfts alle nicht strategischen Aktivitäten der gewerblichen Immobilienfinanzierung und Schiffsfinanzierung gebündelt. Die Segmente werden jeweils von einem Mitglied des Vorstands geführt. Details zur Strategie veröffentlicht die Commerzbank auf ihrer Internetseite.

Eine dauerhaft höhere Profitabilität und eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit sind für die Zukunftsfähigkeit der Commerzbank zwingend. Ein Stellenabbau lässt sich in diesem Zusammenhang nicht vermeiden. Der Vorstand der Commerzbank steht dazu in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern mit dem Ziel, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu verhindern. Details dazu finden sich im nichtfinanziellen Bericht 2017, Kapitel Arbeitnehmerbelange.

Die Commerzbank ist davon überzeugt, dass langfristiger ökonomischer Erfolg dabei auch von einem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen und einem intakten sozialen Umfeld abhängt. Ziel unseres Handelns ist deshalb eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, um Risiken für unser Geschäft zu vermeiden und gleichzeitig Chancen für eine zukunftsorientierte Ausrichtung zu erschließen.
7 
201-1Direkt erwirtschafteter und verteilter Wert
Das operative Ergebnis des Commerzbank-Konzerns belief sich für 2017 auf 1.303 Mio. Euro (gegenüber 1.399 Mio. Euro im Vorjahr). Das den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis betrug für den Berichtszeitraum 156 Mio. Euro (279 Mio. Euro 2016). 2017 fiel ein Steueraufwand in Höhe von 245 Mio. Euro an, nach 261 Mio. Euro im Vorjahr. Die Verwaltungsaufwendungen lagen im Berichtszeitraum mit 7.079 Mio. Euro knapp unter dem Vorjahreswert. Der Personalaufwand reduzierte sich mit 3.600 Mio. Euro um 3,3 % gegenüber dem Jahr 2016, was insbesondere auf den Stellenabbau zurückzuführen war. Eine detaillierte Gewinn-und-Verlust-Rechnung findet sich im Geschäftsbericht 2017 (S. 139).

Investitionen in das Gemeinwesen finden auch über die Stiftungen in der Commerzbank statt: Die Commerzbank-Stiftung fördert bundesweit zentrale Einrichtungen und vorbildhafte Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Soziales. Die Jürgen-Ponto-Stiftung steht für künstlerische Nachwuchsförderung in Deutschland in der Musik, der bildenden und darstellenden Kunst wie auch in der Literatur. Hinzu kommen sechs Sozialstiftungen, die Mitarbeiter der Bank in unverschuldeten Notfällen finanziell unterstützen. Das jeweilige Stiftungskapital sowie die Fördervolumina im Berichtsjahr zeigen die nachfolgenden hinterlegten Tabellen.

Fördervolumen der Stiftungen in der Commerzbank (PDF, 34 kB)
Stiftungskapital der Stiftungen in der Commerzbank (PDF, 34 kB)

Die Stiftungen wurden 2017 mit insgesamt 1,17 Mio. Euro unter anderem für Personal, Arbeitsplätze und sonstige Sachkosten durch die Commerzbank unterstützt. Die Bank hat darüber hinaus im abgelaufenen Geschäftsjahr Spenden in Höhe von 432.000 Euro geleistet.
 2, 8, 9
201-2Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen
Aus dem Klimawandel resultierende Risiken sind Bestandteil der Risikostrategie und des Gesamtrisikomanagements der Commerzbank. Das Risikomanagement berücksichtigt Fragen des Klimawandels einerseits in seiner Analyse und Bewertung länder- und sektorenspezifischer Risiken. Andererseits werden ökologische Risiken auch im Rahmen des Reputationsrisiko-Managements über einen qualitativen Ansatz geprüft und bewertet.

Chancen der Energiewende und des Klimaschutzes nutzen wir im Kerngeschäft, etwa indem wir erneuerbare Energien finanzieren, Green Bonds begleiten, nachhaltige Investments vermitteln oder unsere Kunden beim Management von CO2-Emissionsrechten unterstützen. Details siehe Kapitel Sustainable Finance.

Gleichzeitig bemüht sich die Commerzbank, den eigenen ökologischen Fußabdruck immer weiter zu reduzieren. Seit 2007 haben wir unseren CO2-Ausstoß bereits um 67,8 % verringert. Unvermeidbare CO2-Emissionen kompensieren wir seit 2015 durch Investitionen in Umweltprojekte, die sich über qualitativ hochwertige CO2-Zertifikate finanzieren. Die Commerzbank arbeitet damit klimaneutral (siehe 305/103). Weitere Details zur Klimaneutralität inklusive Kriterien für die Wahl der Projekte sowie Stilllegungsbestätigungen der 2017 getätigten Zertifikatekäufe finden sich in unserem Nachhaltigkeitsportal.
713

203 Indirekte wirtschaftliche Auswirkungen

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Als Teil der Gesellschaft sieht die Commerzbank ihre Aufgabe auch darin, ihr Umfeld positiv mitzugestalten. Dies geschieht vor allem durch die Rolle der Bank als Arbeitgeber und Steuerzahler und die positiven Effekte unserer Finanzdienstleistungen auf die Wirtschaft. Das Angebot hochwertiger Finanzdienstleistungen, das den Menschen in allen Teilen des Landes zur Verfügung steht, betrachten wir darüber hinaus als wichtigen infrastrukturellen Beitrag unserer Bank. Unser bundesweites Netz mit rund 1.000 Filialen ist unter den privaten Banken in Deutschland eines der dichtesten. Die Commerzbank beabsichtigt nicht, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Unsere Filialen bleiben im Gegenteil ein wichtiger Bestandteil unserer Wachstumsstrategie. Gleichzeitig wird das Zusammenspiel mit dem digitalen Angebot immer wichtiger. Seit Oktober 2016 arbeiten wir im Filialgeschäft mit der für Kunden und Berater einheitlichen Multikanalplattform „One“ und sind über unser Kundencenter, Mobil- und Onlinebanking rund um die Uhr erreichbar.

Um die Angebote der Commerzbank für alle gesellschaftlichen Gruppen zugänglich zu machen, legen wir großen Wert auf die barrierefreie Gestaltung unserer Filialen. Aktuell verfügen rund 66 % unserer Filialen über eine barrierefreie Zugänglichkeit. Bei jeder zukünftigen Umbaumaßnahme in einer Filiale und der Einrichtung von Geldautomaten achten wir auf einen optimalen Zugang für alle Nutzergruppen. Persönliche Beratung in Gebärdensprache gehört seit vielen Jahren zum Angebot der Commerzbank. Seit 2017 sind zudem alle Geldausgabeautomaten der Commerzbank mit einer Vorlesefunktion für sehbehinderte Kunden ausgestattet.

Die Bank hat sich im Nachhaltigkeitsprogramm Ziele für eine noch stärkere finanzielle Inklusion gesetzt. Dazu gehörte die 2017 erreichte 100%ige Abdeckung von Geldautomaten mit Sprachausgabe sowie das Vorhaben, dass auch in Zukunft mindestens 70 % der Kunden nicht mehr als zehn Kilometer zur nächsten Commerzbank-Filiale zurücklegen müssen. Zusätzlich strebt die Bank eine möglichst verständliche und lösungsorientierte Sprache in der Kundenkommunikation an und nutzt unter anderem den Hohenheimer Verständlichkeitsindex für Produktinformationen und andere Kommunikationsmittel.
  
203-1Infrastrukturinvestitionen und geförderte Dienstleistungen
Für ihr gesellschaftliches Engagement ist die Commerzbank auf vielfältige Weise mit ihrem Umfeld vernetzt. Zahlreiche Projekte und Initiativen, die gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ins Leben gerufen wurden, leisten Beiträge zur Lösung aktueller Problemstellungen. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Bank dabei auf das Corporate Volunteering, indem Mitarbeiter zum Beispiel durch Freistellungen oder das Bereitstellen von Infrastruktur ermutigt und befähigt werden, sich sozial zu engagieren. Dieser persönliche Einsatz der Mitarbeiter nützt der gesellschaftlichen Entwicklung und verbessert die Lebensbedingungen von Benachteiligten. Gleichzeitig erhöht das Engagement die Motivation am Arbeitsplatz und fördert ein verständnisvolles Miteinander. 2017 waren insgesamt mehr als 750 Commerzbanker aktiv. Die Mitarbeiter können sich dabei in vielfältigen Projekten einbringen:

Zum Beispiel als Mentor bei dem 2013 ins Leben gerufenem Bildungspaten-Programm der Commerzbank. Es richtet sich an Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, ihren Schulabschluss zu erreichen, keinen Ausbildungsplatz finden oder Gefahr laufen, ihre Ausbildung abzubrechen. 2017 war ein Einsatz in nunmehr 10 Bundesländern möglich. Das Programm verzeichnete im Berichtsjahr 55 neue Teilnehmer. Seit Mai 2016 unterstützt die Commerzbank außerdem die Organisation Joblinge für insgesamt drei Jahre beim Aufbau von „Kompass“ – einem bundesweiten speziell auf die Bedürfnisse von Flüchtlingen ausgerichteten Programm zu deren Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, das Programm ehrenamtlich als Sprachtrainer oder Mentor zu unterstützen. Für die Qualifizierung auf diese Aufgabe werden sie bezahlt freigestellt.

Im Rahmen unseres Einsatzes für das Gemeinwohl nahmen 2017 mehr als 330 Mitarbeiter der Commerzbank am Malteser Social Day teil und unterstützten bundesweit 32 soziale Projekte in 12 Städten. Viele dieser Hilfsaktionen unterstützten Behinderte, Senioren und Flüchtlinge, daneben setzten sich Commerzbanker bei der Renovierung und anderen Gestaltungsmaßnahmen in Kindertagesstätten und Schulen ein. Die Commerzbank beteiligt sich seit 2012 am Malteser Social Day, stellt die Mitarbeiter für diesen Tag von der Arbeit frei und übernimmt den Teilnehmerbetrag.

2017 hatten Mitarbeiter der Commerzbank AG und der Commerz Real des Weiteren erstmals die Möglichkeit zur sogenannten Restcent-Spende, bei der das Gehalt auf den nächsten vollen Eurobetrag abgerundet und die Differenz gespendet wird. Von den 3.700 im ersten Jahr beteiligten Mitarbeitern kamen insgesamt gut 18.000 Euro zusammen und sozialen Einrichtungen zugute.

Die Commerzbank will zur finanziellen Allgemeinbildung insbesondere in Schulen beitragen und unterstützt dafür unter anderem das Projekt „business@school“. Diese Bildungsinitiative der Boston Consulting Group soll Wirtschaftsthemen anschaulich und praxisnah vermitteln. In seinem Rahmen beschäftigen sich Schüler der gymnasialen Oberstufe ein Jahr intensiv mit dem Thema Ökonomie. Im Schuljahr 2017/2018 engagieren sich 33 Mitarbeiter der Commerzbank auf freiwilliger Basis als Schulbetreuer. Führungskräfte aus dem Topmanagement beteiligen sich darüber hinaus ehrenamtlich als Jurymitglieder bei den Regionalentscheiden und dem Europafinale.

Eine weitere Möglichkeit für persönliches Engagement bietet das Kooperationsprojekt DFB-Junior-Coaches. Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Jugendliche an Schulen für eine Tätigkeit als Nachwuchstrainer ausbildet, unterstützen Commerzbank-Paten bei der Berufsvorbereitung, organisieren Bewerbertrainings und vermitteln Schülerpraktika in Commerzbank-Filialen. Die Förderung des Breitensports ist seit Jahrzehnten ein Anliegen der Commerzbank – dort, wo es nicht nur um den sportlichen Wettkampf geht, sondern auch um das Miteinander, über ethnische, religiöse und soziale Herkunftsgrenzen hinweg. Seit über 30 Jahren gibt es beispielsweise die Initiative Das Grüne Band. Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund prämiert die Commerzbank jährlich 50 Sportvereine, die sich durch vorbildliche Talent- beziehungsweise Jugendförderung auszeichnen, mit einer Förderprämie von je 5.000 Euro. Bis heute haben über 500.000 Kinder und Jugendliche aus mehr als 1.800 Sportvereinen von der Initiative profitiert. Daneben stehen Aktivitäten im Fußball im Fokus. Denn dies ist quer durch alle Gesellschaftsschichten die weitaus beliebteste Sportart in Deutschland.

Bereits seit 1990 bietet die Commerzbank interessierten Studierenden das Commerzbank-Umweltpraktikum. Jährlich absolvieren mittlerweile bis zu 75 Studierende unterschiedlicher Fachbereiche ein mehrmonatiges Praktikum in einem von 27 deutschen Nationalparks, Naturparks oder Biosphärenreservaten. Die Bank sorgt für die finanzielle Ausstattung und die organisatorische Betreuung. Seit vor 28 Jahren die Idee entstand, hat das mehrfach ausgezeichnete Projekt nahezu 1.600 Praktikanten ein Open-Air-Semester ermöglicht.

Weitere Informationen zum gesellschaftlichen Engagement der Commerzbank finden sich im Nachhaltigkeitsmagazin (PDF, 4,2 MB) (Seite 28 f.) und im Geschäftsbericht 2017 (Seite 47 f.).

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ihrer unternehmerischen Verantwortung stellt für die Commerzbank das Stiftungsengagement dar. Das gemeinsame Ziel aller Stiftungen ist es, einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu leisten. Dabei unterscheiden sich die Förderschwerpunkte:

  • Die Commerzbank-Stiftung konzentriert sich auf die bundesweite Förderung von Wissenschaft, Kultur und Sozialem. Dabei schafft sie gemeinsam mit ihren Partnereinrichtungen Anreize für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie steht für die Weiterentwicklung und Stärkung der kulturellen Bildung in unserer Gesellschaft. Und sie unterstützt nicht zuletzt Projekte, die benachteiligten Menschen zu mehr Selbstbestimmung verhelfen. Als Stiftung des bürgerlichen Rechts setzt die Commerzbank-Stiftung die Tradition der 1970 gegründeten unselbstständigen Unternehmensstiftung fort.
  • Seit 1977 widmet sich die rechtlich selbstständige Jürgen Ponto-Stiftung dem künstlerischen Nachwuchs in Deutschland. Sie unterstützt Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Musik, bildende Kunst, Literatur und darstellende Kunst, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Neben Stipendien an hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker lobt sie alle zwei Jahre den Musikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung aus, der an junge Streichquartette vergeben wird. Im Laufe ihrer 40-jährigen Geschichte war die Jürgen Ponto-Stiftung aber auch in der Breitenförderung aktiv.
  • Ergänzt wird das Stiftungsengagement in der Commerzbank durch die Tätigkeit der sechs Sozialstiftungen. Diese leisten finanzielle Unterstützung für Mitarbeiter und Pensionäre der Bank, die unverschuldet in Notsituationen geraten sind.


Die Entscheidung über zu fördernde Projekte treffen die Gremien der einzelnen Stiftungen gemäß dem jeweiligen Stiftungszweck.

 2, 9, 11

205 Korruptionsbekämpfung

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Als fairer Marktteilnehmer engagiert sich die Commerzbank konsequent gegen Korruption und Bestechung. Neben den bestehenden gesetzlichen Verpflichtungen wie dem UK Bribery Act oder dem US Foreign Corrupt Practices Act berücksichtigen wir die OECD-Leitlinien der für multinationale Unternehmen und halten die OECD-Konvention gegen die Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr ein. Zudem hat sich die Commerzbank dem UN Global Compact mit seinen zehn Prinzipien verpflichtet – unter anderem zur Korruptionsbekämpfung.

Diese externen Standards werden um interne Richtlinien ergänzt. Zusammen formen sie den Rahmen des Compliance-Managements zur Korruptionsbekämpfung. Dazu gehören verbindliche Verhaltensgrundsätze, die einen Orientierungsrahmen für korrektes und ethisch einwandfreies Verhalten bei der täglichen Arbeit geben. Des Weiteren hat der Vorstand der Commerzbank die konzernweit gültige Global Anti-Bribery and Corruption Policy (ABC-Policy) verabschiedet, die die bestehenden Regelungen und Prozesse – etwa zu Geschenken und Zuwendungen oder zu Interessenkonflikten – konkretisiert und ergänzt. Mit der ABC-Policy wendet sich die Commerzbank gegen Bestechung, Vorteilsnahme und andere Formen der Korruption: Dies gilt innerhalb und außerhalb des Konzerns, gegenüber Handelsorganisationen, Amtsträgern und allen Personen, die in Beziehung zu Gesellschaften der Bank stehen.

Die Commerzbank hat zentrale Präventionssysteme eingeführt, um Bestechungs- und Korruptionsrisiken zu erkennen, zu überwachen, zu mindern und letztlich zu vermeiden und so die Einhaltung der ABC-Policy zu sichern. Dazu gehören die Risikoanalyse, Fortbildungen, Pflichtabwesenheiten (Mandatory Time Away), Compliance-Prüfungen, die 2017 überarbeiteten Globalen Verhaltensgrundsätze („Code of Conduct“), interne Kontrollen und die Bewertung ihrer Effektivität, ein Hinweisgebersystem (Whistleblowing-System „Business Keeper Monitoring System“ (BKMS)) sowie Zuverlässigkeitsprüfungen von potenziellen Mitarbeitern.

Alle neu verhandelten Verträge der Commerzbank mit Geschäftspartnern und Dienstleistern erhalten eine verbindliche Integritätsklausel. Zudem werden Geschäftspartner und Dienstleister der Commerzbank im Rahmen der Due Diligence, also der sorgfältigen Prüfung, auch nach Aufnahme der Geschäftsbeziehung auf korruptionsrelevante Treffer in kommerziellen Datenbanken überprüft.
10 
205-1Geschäftsstandorte, die in Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden
Grundlage für die Einschätzung und Minimierung potenzieller Compliance-Risiken ist die Gefährdungsanalyse. Sie wird einmal jährlich konzernweit durchgeführt und erstreckt sich auf alle konzernangehörigen Unternehmen, Zweigstellen und sonstigen gebundenen beziehungsweise abhängigen Unternehmen im In- und Ausland, die als Compliance-relevant eingestuft werden. Sie umfasst auch einen dezidierten Teil zu Korruption und bewertet die entsprechenden Risiken und Kontrollaktivitäten der Einheiten. Die aus der Gefährdungsanalyse abgeleiteten Maßnahmen zur Prävention überprüft die Bank regelmäßig und ergänzt sie bei Bedarf.
1016
205-2Informationen und Schulungen zu Strategien und Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung
Ein grundlegender Baustein der Korruptionsprävention ist das Compliance-Schulungsprogramm, das von allen Mitarbeitern – von Führungskräften bis zu Berufseinsteigern – jährlich absolviert werden muss. Das webbasierte Training sensibilisiert die Mitarbeiter für Compliance-Themen und schärft ihr Risikobewusstsein. Für Anti-Korruption wurde ein eigenes Training entwickelt, das im gleichen Schulungsturnus von allen Mitarbeitern und externen Gewerknehmern zu absolvieren ist. Mehr als 40.000 Mitarbeiter des Commerzbank-Konzerns werden so regelmäßig unter anderem zu Fragen der Korruptionsprävention geschult.
1016
205-3Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahmen
Korruption und sonstige strafbare Handlungen von Mitarbeitern werden von der Commerzbank ausdrücklich nicht toleriert. Aufgedeckte strafbare Handlungen verfolgt die Bank nach dem „Nulltoleranzprinzip“. Jeder Mitarbeiter, der nachweislich gegen diesen Grundsatz verstößt, muss die arbeits-, zivil- oder strafrechtlichen Konsequenzen tragen. Für das Jahr 2017 sind keine Korruptionsfälle im Commerzbank-Konzern bekannt.
1016

2. Ökologie

Alle einklappen Alle ausklappen

301 Materialien

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Betrieblicher Umweltschutz und die systematische Minimierung des Ressourcenverbrauchs der Commerzbank sind wichtige Bestandteile unseres Nachhaltigkeitsverständnisses. „Umwelt & Gesellschaft“ bildet eines der drei Handlungsfelder unseres Nachhaltigkeitsmanagements (siehe Nachhaltigkeitsmagazin 2017 (PDF, 4,2 MB) , S. 33). Um den ökologischen Fußabdruck der Bank zu verringern, haben wir auch 2017 an den verschiedenen Maßnahmen zur Umsetzung unserer Klimastrategie (siehe 305/103) sowie der stetigen Verbesserung unseres zertifizierten Umweltmanagementsystems gearbeitet. Dies betrifft die Themen Materialien (Papier), Energie, Wasser, Emissionen, Abwasser und Abfall sowie Compliance im Umweltbereich.

Da die Commerzbank Umweltschutz als Führungsaufgabe versteht, tragen alle Führungskräfte – angefangen beim Vorstand – die Verantwortung für die Umsetzung der vereinbarten Umweltziele. Das Umwelt- und Energiemanagement ist in der Konzerneinheit Organisation & Security angesiedelt, die direkt an den Konzernvorstand berichtet. Darüber hinaus ist der betriebliche Umweltschutz mit vielen anderen Abteilungen vernetzt, um der Umweltpolitik der Commerzbank umfassend Geltung zu verschaffen und Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Bank zu nehmen. Unter Vorsitz von Commerzbank-Vorstand Frank Annuscheit werden im Konzernumweltausschuss im Rahmen des Group Operating Committees regelmäßig Vorgaben und Strategien zum betrieblichen Umweltschutz festgelegt und verabschiedet. Hierin sind alle Unternehmensbereiche inklusive der Vertriebseinheiten vertreten. Die Commerzbank hat mit ihren Umweltleitlinien klare Regeln für eine umweltverträgliche Geschäftstätigkeit definiert und veröffentlicht.

Die Commerzbank und 15 Tochtergesellschaften verfügen über ein integriertes Umwelt- und Energiemanagementsystem. Das System wird durch die DNV GL Business Assurance Zertifizierung und Umweltgutachter GmbH nach den Standards ISO 14001 und ISO 50001 zertifiziert. Im Jahr 2017 deckte das System 92 % des Strom- und Heizenergieverbrauchs der Commerzbank im In- und Ausland ab. Die Ziele für den betrieblichen Umweltschutz finden sich im Nachhaltigkeitsprogramm.

Dadurch, dass einzelne Liegenschaften gemeinsam von Mitarbeitern der Commerzbank sowie von Tochtergesellschaften genutzt wurden, waren in der Vergangenheit anteilig auch Daten dieser Tochtergesellschaften in den Umweltdaten der AG Inland enthalten. Diese wurden für 2016 erstmals herausgerechnet. Damit konnte die Datenqualität weiter verbessert werden. Seit 2016 sind auch die Daten der Commerzbank AG im Ausland einbezogen. Für die Ermittlung der Umweltdaten im Ausland wurden unterschiedlichste Quellen herangezogen, teilweise waren aber auch keine Daten erhältlich. Insofern ist die Datenlage noch unvollständig und qualitativ nicht mit den Inlandsdaten vergleichbar. Beispielsweise konnten keine Kühl- und Löschmittelverluste erhoben werden. Auch Pendelverkehrszahlen wurden für das Ausland nicht ermittelt, da die erforderlichen statistischen Basisdaten nicht vorliegen. Eine externe Verifizierung findet deshalb bislang nicht statt. Wir arbeiten weiter an der Verbesserung der Datenqualität auch für Auslandsfilialen.

Der Standard für den Einkauf von Kopierpapier bei der Commerzbank sieht vor, dass reinweißes Papier, das wir für externe Dokumente insbesondere in der Kundenkommunikation verwenden, dem PEFC-Standard entspricht (Waldzertifizierungssystem „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“). Für den internen Gebrauch ist Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ vorgesehen. Nicht nur beim Papiereinkauf setzt die Commerzbank auf Recycling: Auch die nach FSC („Forest Stewardship Council“) zertifizierten Papierhandtücher aus den Waschräumen werden seit 2016 recycelt. Das Recyclingprojekt wurde nach erfolgreicher Pilotierung in der Zentrale auf 15 Bürogebäude der Commerzbank ausgeweitet. Die Ziele im Nachhaltigkeitsprogramm, unter „Umwelt: Kundenkommunikation“, sind für unseren Materialverbrauch relevant.
7, 8 
301-1Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen
Die für die Commerzbank AG Inland ausgewiesene verbrauchte Papiermenge ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um 10,8 % angestiegen, da die externen Druckerzeugnisse deutlich zugenommen haben (+78,3 %). Grund hierfür sind die regulatorischen Anforderungen aus der Zahlungsdiensterichtlinie (PSD 2) und der europäischen Finanzmarktrichtlinie (Markets in Financial Instruments Directive II – MiFID II). Die Commerzbank ist bemüht, diese Aktionen nach Möglichkeit mit anderen Themen zu kombinieren, um Synergien beim Versand zu erzielen. Die Menge an Frischfaserpapier ist in diesem Zusammenhang um rund 13,5 % angestiegen, der Anteil an Recyclingpapier zugleich von 11,8 auf 9,9 % gesunken. Der Verbrauch von Kopierpapier konnte infolge des neuen Arbeitsplatzmodells „New Work“ und der fortschreitenden Digitalisierung der Bankprozesse dagegen um 13,7 % gesenkt werden. Auch beim Papier für Kontoauszugsdrucker wurden dank Abschaffung des Quittungsdrucks und zunehmender Nutzung des Onlinepostfachs 11,9 % weniger benötigt. Durch das Recycling von Papierhandtüchern konnten 2017 rund 72 Tonnen Papier erneut der Wertstoffkette zugeführt werden.

Papier- und Tonerverbrauch sowie Einsatz von Recyclingpapier bei der Commerzbank (PDF, 40 kB)
7, 88
301-2Anteil Sekundärrohstoffe am Gesamtmaterialeinsatz
Siehe 301-1.
  

302 Energie

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Der übergreifende Managementansatz für das betriebliche Umwelt- und Energiemanagement unter 301 gilt auch für 302. Um das Ziel im Rahmen unserer Klimastrategie zu erreichen (siehe 305/103), setzen wir auf eine Vielzahl von Maßnahmen, unter anderem im Bereich Energienutzung. Die rund 1.100 Gebäude der Commerzbank in Deutschland werden seit 2013 vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Die Herkunftsnachweise für unseren Ökostrom werden von unserem Energielieferanten im Herkunftsnachweisregister ordnungsgemäß entwertet, sodass eine Doppelvermarktung ausgeschlossen werden kann. Es handelt sich hierbei um EECS-Herkunftsnachweise von Wasserkraftwerken, die nicht älter als sieben Jahre sind (EECS = European Energy Certificate System). Eines der Nachhaltigkeitsziele im Bereich „Umwelt: Energie und Emissionen“ lautet: Senkung des Energieverbrauchs um 8 % bis zum Jahr 2020 ausgehend vom Basisjahr 2014 (417,32 MWh). Dieses Ziel wurde bereits 2017 mit einem Rückgang von 13,19 % auf 362,27 MWh deutlich übererfüllt.

Die Commerzbank beteiligt sich gemeinsam mit 14 anderen Frankfurter Unternehmen an der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke der deutschen Bundesregierung und der Industrieverbände. Neben der Umsetzung energiesparender Maßnahmen geht es bei diesem Projekt um einen intensiven Erfahrungsaustauch zwischen den Unternehmen, unterstützt von unabhängigen Energieberatern.
7-9 
302-1Energieverbrauch innerhalb der Organisation
In der Commerzbank AG Inland werden rund 64 % der Wärmeenergie aus Erdgas gewonnen. Im Ausland werden über 86 % der Heizenergie mit Erdgas erzeugt. Hiervon ausgenommen sind einzelne Standorte in Asien, die über die Klimaanlage auch mit Wärme versorgt werden. Ölheizungen werden nach und nach durch umweltfreundlichere Systeme ersetzt und tragen mittlerweile nur noch in sehr geringem Umfang zum Gesamtenergieverbrauch bei: Der Anteil von Heizöl als Heizenergiequelle liegt im Inland bei 1,7 %, im Ausland bei 2,1 %.

Der Stromverbrauch ging bei der Commerzbank AG Inland deutlich zurück. Dies ist maßgeblich auf Flächenreduzierungen sowie Optimierungen der IT-Infrastruktur zurückzuführen. Bei Fernwärme gelang 2017 erneut eine deutliche Reduzierung. Der gesamte indirekte Energieverbrauch der Commerzbank nahm gegenüber dem Vorjahr um 10,1 % ab.

Direkter Energieverbrauch der Commerzbank AG (PDF, 38 kB)
Indirekter Energieverbrauch durch Strom und Fernwärme der Commerzbank (PDF, 38 kB)
7, 8 7, 12, 13
302-4Verringerung des Energieverbrauchs
2017 konnte der Energieverbrauch der Commerzbank AG Inland um rund 9,8 % gesenkt werden. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die über das Energiemanagementsystem gesteuerten Maßnahmen wie Optimierungen bei Klimaanlagen, Betriebszeiten und der IT-Infrastruktur.
8, 97, 12, 13

303 Wasser

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Der übergreifende Managementansatz für das betriebliche Umwelt- und Energiemanagement unter 301 gilt auch für 303. An allen größeren Standorten werden die Verbrauchsmengen monatlich kontrolliert. In der Commerzbank-Zentrale am Kaiserplatz in Frankfurt trug 2017 der Einbau von Durchflussmengenbegrenzern zu einem niedrigeren Wasserverbrauch bei.
7, 8 
303-1Wasserentnahme nach Quelle
Die Commerzbank verwendet fast ausschließlich Trinkwasser in ihren Gebäuden. Im Jahr 2017 betrug der Wasserverbrauch insgesamt 474.232 m3 (2016: 515.890 m3). Der Rückgang um 8,1 % resultiert vorwiegend aus einem Rückgang der genutzten Liegenschaften.

Wasserentnahme nach Quelle (PDF, 37 kB)
7, 86

305 Emissionen

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Der übergreifende Managementansatz für das betriebliche Umwelt- und Energiemanagement unter 301 gilt auch für 305. Im Rahmen unserer Klimastrategie haben wir uns das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen der Commerzbank AG Inland bis 2020 um insgesamt 70 % gegenüber dem Basisjahr 2007 zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir auf eine Vielzahl von Maßnahmen, insbesondere in den Bereichen Energienutzung und Mobilität. In erster Linie geht es darum, Treibhausgasemissionen grundsätzlich zu vermeiden oder – wo dies nicht möglich ist – konsequent zu reduzieren. Das Ergebnis: 2017 haben wir 67,8 % weniger CO2 emittiert als 2007. Die verbliebenen, nur schwer vermeidbaren Emissionen (inklusive durch Pendelverkehr der Mitarbeiter von und zur Arbeitsstätte) werden seit 2015 kompensiert. Die Commerzbank AG Inland arbeitet somit klimaneutral.

Um Reduktionspotenziale bewerten und wirksame Maßnahmen einleiten zu können, sind eine systematische Analyse der Emissionsquellen und die Kenntnis des eigenen CO2-Fußabdrucks grundlegend. Die Commerzbank geht hierfür den Schritt vom bewährten Öko-Controlling zum CO2-Accounting. Auf dieser Basis werden CO2-Substitutionsmaßnahmen wie die Umstellung auf Ökostrom und CO2-Reduktionsmaßnahmen eingeleitet.

Unsere Dienstreiserichtlinie schreibt vor, auf das Flugzeug für Reisen im Inland weitgehend zu verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel zu bevorzugen, Mitfahrgelegenheiten zu prüfen und – wo möglich – technische Alternativen wie Video- und Telefonkonferenzen zu nutzen. Durch ein derzeit laufendes Projekt zur digitalen integrierten Kommunikation und Zusammenarbeit am Arbeitsplatz mittels moderner Kommunikationstechnologien wird dieser Ansatz vorangetrieben.

Die Bankwagenrichtlinie setzt durch ein Bonus-Malus-Modell und die Möglichkeit zum Bestellen von Elektrofahrzeugen klare Anreize für eine ökologischere Fahrzeugauswahl im Firmenwagenleasing. Die Poolwagen der Commerzbank werden seit 2014 sukzessive durch deutlich verbrauchsgünstigere Modelle mit einem geringeren CO2-Ausstoß ersetzt und die durchschnittlichen CO2-Emissionen so auf künftig unter 100 g/km gesenkt. An den Standorten Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und München können Mitarbeiter auch Elektrofahrzeuge als Poolwagen für Dienstfahrten nutzen. Zudem bieten wir unseren Mitarbeitern mit Fahrradangeboten eine klimafreundliche Alternative zu Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln. Dazu zählen neben einem Bikelease-Angebot auch 70 Firmenräder an acht Standorten. Bahnreisen der Mitarbeiter sowie die Nutzung der Bahncard haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Die Inlandsgeschäftsfahrten mit der Bahn mit 100 % Ökostrom leisten einen zusätzlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Unsere Zielsetzungen im Bereich Mobilität enthält das Nachhaltigkeitsprogramm unter „Umwelt: Mobilität“.
7-9 
305-1Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die Commerzbank ermittelt ihre Treibhausgasemissionen gemäß dem vom Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU) entwickelten Standard. Die Emissionen werden als CO2-Äquivalente berechnet. Das heißt: Neben CO2 werden weitere Klimagase wie Methan (CH4) und Stickstoffmonoxid (N2O) bei der Berechnung der Emissionen berücksichtigt und die Klimaschädlichkeit in den Referenzwert CO2 umgerechnet. In unserer Berichterstattung zu CO2-Emissionen unterscheiden wir gemäß Greenhouse Gas (GHG) Protocol nach Scope 1 (allen direkten durch Verbrennung in den eigenen Anlagen erzeugten Emissionen), Scope 2 (indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie) und Scope 3 (allen übrigen indirekten Emissionen aus durch Dritte erbrachte Dienstleistungen sowie vor- und nachgelagerten Prozessen). Die Verbrauchsdaten, der Erhebungsmodus und die berechneten CO2-Emissionen werden seit 2009 durch die DNV GL Business Assurance Zertifizierung und Umweltgutachter GmbH extern verifiziert.

Die CO2-Emissionen der Commerzbank AG Inland konnten 2017 um rund 2.666 Tonnen und damit 2,2 % gegenüber dem Vorjahr reduziert werden. Die in der aktuellen Version des VfU-Kennzahlenrechners um gut 97 % angehobene Emissionskennzahl für Fernwärme hat unverändert großen Einfluss auf die Höhe der CO2-Bilanz. Hauptsächlich betroffen waren die indirekten CO2-Emissionen aus der Energieversorgung. Sie stiegen von 6.940 Tonnen CO2 im Jahr 2014 auf 8.249 im Jahr 2017 an. Im gleichen Zeitraum ging der entsprechende Energieverbrauch um 24,3 % zurück, während die CO2-Emissionen aufgrund der Kennzahlanpassung um 18,9 % zunahmen.

Auch die Reisetätigkeit unserer Mitarbeiter hat Einfluss auf die CO2-Bilanz der Commerzbank. Mit einem Anteil von etwa 25,5 % trug diese 2017 wesentlich zu unserem Ausstoß von Treibhausgasen in der AG Inland bei. Rund 60,6 % aller Dienstreisestrecken der Commerzbank AG Inland beziehungsweise 52,7 % der AG gesamt wurden mit dem Auto zurückgelegt.

Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) der Commerzbank (PDF, 43 kB)
CO2-Bilanz nach Scopes (PDF, 96 kB)
Dienstreisen der Commerzbank (PDF, 37 kB)
7, 83, 12, 13, 14, 15
305-2Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2)
Siehe 305-1.
  
305-3Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Siehe 305-1.
  
305-4Intensität der THG-Emissionen
Intensität der Treibhausgasemissionen pro Vollzeitkraft (PDF, 39 kB)
813, 14, 15
305-5Senkung der THG-Emissionen
Das 2013 formulierte Klimaziel der Commerzbank, das bis 2020 eine Verringerung der CO2-Emissionen um 70 % gegenüber 2007 vorsieht (Scope 1 und 2 sowie 3 ohne Pendelverkehr und Logistikfahrten), wurde mit einer CO2-Reduktion von 67,8 % Ende 2017 bereits größtenteils erreicht. Seit Anfang 2015 arbeitet die Commerzbank AG Inland klimaneutral, indem alle unvermeidbaren CO2-Emissionen des Geschäftsbetriebs inklusive Pendelverkehr der Mitarbeiter von und zur Arbeitsstätte kompensiert werden (siehe 305/103).

Verringerung der CO2-Emissionen 2008 bis 2017 (PDF, 96 kB)

2017 lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neubestellungen im Firmenwagenleasing bei 118 g/km (2016: 118 g/km; 2015: 121 g/km). Im Vergleich zu 2016 ging bei den Poolfahrzeugen der Commerzbank der durchschnittliche CO2-Wert bei Dieselfahrzeugen 2017 um 1,9 % auf 102 g/km zurück. Bei Benzinfahrzeugen blieb dieser mit 96 g/km auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Die Poolfahrzeugflotte wurde bis Ende 2017 auf 322 Fahrzeuge reduziert (Vorjahr: 363). Dies entspricht einem Rückgang um 11,3 %.
8, 913, 14, 15

306 Abwasser und Abfall

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Der übergreifende Managementansatz für das betriebliche Umwelt- und Energiemanagement unter 301 gilt auch für 306. Das Thema Abwasser ist für unseren Bankbetrieb nicht wesentlich, da in diesem keine Belastung von Abwasser erfolgt
7, 8 
306-2Abfall nach Art und Entsorgungsmethode
Abfall, der im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit anfällt, ist ein wesentlicher Faktor unseres ökologischen Fußabdrucks. 2017 wurden rund 93 % der Abfälle der Commerzbank einer Wiederverwertung und Recyclingprozessen zugeführt. Dabei entfielen fast 58,7 % des Gesamtabfallaufkommens auf Papierabfälle aus dem Bankbetrieb, im Inland waren es sogar 61,8 %. Der starke Rückgang gefährlicher Abfälle im Jahr 2017 geht unter anderem darauf zurück, dass im Vorjahr eine größere Menge EDV-Schrotts sowie in einer einmaligen Aktion Luftfiltermatten entsorgt wurden.

Abfall der Commerzbank AG nach Entsorgungsweg (PDF, 39 kB)
Abfall der Commerzbank AG nach Fraktionen (PDF, 37 kB)
83, 12

307 Umwelt-Compliance

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Der übergreifende Managementansatz für das betriebliche Umwelt- und Energiemanagement unter 301 gilt auch für 307. Darüber hinaus ist das Einhalten gesetzlicher Vorschriften und regulatorischer Vorgaben für die Commerzbank selbstverständlich. Weitere Details zum Umgang mit Umweltrisiken siehe 102-11.
7, 8 
307-1Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -verordnungen
Für die Nichteinhaltung von Rechtsvorschriften im Umweltbereich gab es im Berichtszeitraum keine wesentlichen Bußgelder.
816

308 Umweltbewertung der Lieferanten

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die unternehmerische Verantwortung der Commerzbank endet nicht bei internen Prozessen und Aktivitäten, sondern erstreckt sich entlang der Wertschöpfungskette. Bei der Entscheidung über externe Lieferanten und Dienstleister spielen daher Umwelt- und soziale Kriterien eine wichtige Rolle. Beschaffung wird in der Commerzbank über Corporate Procurement abgewickelt. Dieser zentrale Bereich ist in der Konzerneinheit Organisation & Security angesiedelt, die direkt an den Konzernvorstand berichtet. Im Rahmen des zertifizierten Umweltmanagementsystems werden die Prozesse für Einkauf und Lieferantenauswahl intern und extern auditiert. Darüber hinaus nehmen Mitarbeiter aus Corporate Procurement an den mehrmals jährlich stattfindenden Sitzungen des Energiemanagement-Teams teil.

Die Berücksichtigung einheitlicher Nachhaltigkeitsstandards stellen wir durch verschiedene Regelwerke und Prozesse sicher – auch bei unseren Lieferanten und Dienstleistern:

  • Die Verhaltensgrundsätze der Commerzbank geben verbindlich vor, dass die Bank die Achtung der Menschen- und Persönlichkeitsrechte auch von ihren Geschäftspartnern erwartet.
  • Das Einhalten von Sozialstandards durch die Lieferanten ist zudem ein integraler Bestandteil des Standards für eine nachhaltige Beschaffung der Commerzbank. Alle Lieferanten und Dienstleister, die geschäftlich mit der Commerzbank verkehren, stellen sicher, die spezifischen sozialen Anforderungen dieses Regelwerkes einzuhalten und ihrerseits die eigenen Lieferanten und Dienstleister zur Einhaltung der entsprechenden Vorgaben zu verpflichten. Verstöße gegen den Standard für eine nachhaltige Beschaffung durch einen Lieferanten oder Dienstleister können bis zur Beendigung der Geschäftsbeziehung führen.
  • Zu integrem Verhalten im Geschäftsverkehr verpflichten sich die Lieferanten und Dienstleister der Commerzbank mit der obligatorischen Unterzeichnung der Vertragsklausel „Integrität, Umwelt und soziale Verantwortung“.
  • Das Einhalten von Sozialstandards ist Gegenstand jährlich stattfindender Gespräche mit den Hauptlieferanten der Commerzbank.
  • Bei der Lieferantenauswahl finden zudem anlassbezogene Analysen durch das Reputationsrisiko-Management statt.

7, 8 
308-1Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft werden
Die Angabe nachhaltigkeitsrelevanter Informationen ist fester Bestandteil des standardisierten Ausschreibungsverfahrens. Zur Qualitätssicherung geben wir einen elektronischen Lieferantenselbstauskunftsbogen aus, der unter anderem Fragen zu Nachhaltigkeitskriterien enthält.
8 

3. Soziales

Alle einklappen Alle ausklappen

401 Beschäftigung

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Ein partnerschaftlicher und fairer Umgang mit den Mitarbeitern ist die Basis für einen langfristigen Unternehmenserfolg. Für die Commerzbank bedeutet das auch, dass wir mit unserer Personalarbeit die Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter fördern. Wir möchten ihnen ein Arbeitsumfeld bieten, in dem sie gerne und erfolgreich arbeiten, und so unseren Unternehmenserfolg langfristig sichern. Die Personalarbeit der Commerzbank wird im Vorstandsressort Compliance, Human Resources und Legal von Dr. Bettina Orlopp verantwortet und operativ im Bereich Group Human Resources umgesetzt. Leitplanken der Personalarbeit sind unter anderem die Konzernstrategie „Commerzbank 4.0“, die „Strategie für Group Management HR“ und die mitarbeiterbezogenen Ziele im Nachhaltigkeitsprogramm. Im Sinne eines partnerschaftlichen Umgangs auf Augenhöhe befragt die Commerzbank regelmäßig ihre Mitarbeiter. So können wir ihre Bedürfnisse erkennen und in die Unternehmensentwicklung einfließen lassen. Im Vordergrund standen 2017 Studien bei Executives und leitenden Angestellten zur Digitalisierung beziehungsweise zur Strategie „Commerzbank 4.0“.

Die Strategie „Commerzbank 4.0“ erfordert den konsequenten Umbau der Bank (siehe weitere Angaben dazu im Geschäftsbericht 2017 S. 46 und 55 f.). Die Personalarbeit trägt maßgeblich dazu bei, das Geschäftsmodell erfolgreich umzusetzen. Personalabbau ist nicht das Ziel, aber als ein Ergebnis dieses Umbaus zur „Commerzbank 4.0“ nicht zu vermeiden. Bis 2020 werden quer durch alle Bereiche und alle Hierarchiestufen rund 7.300 Stellen wegfallen. Um den Personalabbau möglichst sozialverträglich zu gestalten, geht die Commerzbank über gesetzliche Anforderungen hinaus. In enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern hat sich die Bank 2017 in 32 Teilinteressenausgleichen auf eine Reihe personalwirtschaftlicher Instrumente für die sozialverträgliche Gestaltung des Stellenabbaus verständigt. Diese umfassen beispielsweise Aufhebungsverträge mit Abfindung inklusive einer besonderen Ausgestaltung für Mitarbeiter über 56 Jahren, New-Placement-Angebote, Vorruhestand, Altersteilzeit, Leistungen bei Standortwechsel, individuelle Arbeitszeitverkürzung und unbezahlten Langzeiturlaub. Generell steht die Commerzbank bei allen mitbestimmungsrelevanten Themen in einem regelmäßigen, partnerschaftlichen und konstruktiven Dialog mit den Vertretern der Arbeitnehmer. Die Ziele aus dem Bereich Mitarbeiter finden sich im Nachhaltigkeitsprogramm im Handlungsfeld „Nachhaltige Unternehmensführung“.
6 
401-1Neueinstellungen und Mitarbeiterfluktuation
Im Berichtsjahr lag die Fluktuationsquote bei 4,6 %. Sie ist damit gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % gestiegen. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit in der Commerzbank AG Inland beträgt rund 21 Jahre. 18 % der Beschäftigten sind bis zu 9 Jahre im Unternehmen angestellt, 30 % zwischen 10 und 19 Jahren und 52 % 20 Jahre und länger.

Neueinstellung Commerzbank AG Inland nach Alter, Geschlecht und Region (PDF, 37 kB)
Mitarbeiterfluktuation Commerzbank AG Inland nach Alter, Geschlecht, Region und Austrittsgründen (PDF, 36 kB)
65, 8

403 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Gesundheitsförderung sind Schwerpunkte unserer Personalarbeit, da hier potenziell große Auswirkungen auf die Arbeitnehmer bestehen. Mit dem sogenannten Kreismodell zur Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen bauen wir seit 2013 den Gesundheitsschutz und die Prävention kontinuierlich aus. Damit wollen wir physische und verstärkt psychische Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz systematisch identifizieren und von vornherein verhindern und abbauen. Zur Verfügung gestellt werden Angebote und Maßnahmen zu Ernährung, Stressmanagement, Suchtprävention und Bewegung. In schwierigen Berufs- und Lebenssituationen unterstützen externe Psychologen und Sozialberater im Rahmen des Employee Assistance Programme (EAP) die Mitarbeiter und Führungskräfte. Das Gesundheitsmanagement der Commerzbank wurde deutschlandweit als erstes 2013 vom TÜV-Süd nach dem „Corporate Health Standard“ zertifiziert. Es ist Beleg für den systematischen auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Ansatz der Commerzbank zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter.

Zielsetzungen im Bereich Gesundheitsschutz enthält das Nachhaltigkeitsprogramm unter „Mitarbeiter: Gesundheitsschutz“.
1, 6 
403-1Repräsentation von Mitarbeitern in AG-MA-Ausschüssen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Alle Mitarbeiter der Commerzbank sind im Arbeitsschutzausschuss repräsentiert. In Frankfurt am Main ist ein zentraler Arbeitsschutzausschuss für den Bereich „Konzern Inland“ angesiedelt, der für die Zentrale, die Filialen und die Tochtergesellschaften zuständig ist. Die Aufgaben und die Besetzung des Ausschusses sind durch das Arbeitssicherheitsgesetz vorgeschrieben. Alle Gruppen und Bereiche, die partnerschaftlich zusammenarbeiten, sind im Arbeitsschutzausschuss durch Interessenvertreter repräsentiert. Des Weiteren sind bei den größeren Konzerngesellschaften zusätzliche Arbeitsschutzausschüsse implementiert, die die Besonderheiten der jeweiligen Gesellschaften besonders behandeln.

Darüber hinaus gibt es in der Bank seit 2010 einen „Beschäftigtenbeirat Gesundheit“, dem 45 Mitarbeiter angehören. Ihre wichtigsten Themen besprechen sie mit dem Personalvorstand und dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden. Alle vier Jahre wird der Beirat über eine bankweite Ausschreibung und ein sich anschließendes Auswahlverfahren besetzt.
  
403-2Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage, Abwesenheit und Zahl der arbeitsbedingten Todesfälle
Die Krankenquote der Commerzbank AG Inland lag 2017 bei 4,7 %, wobei Dauerkranke nicht eingeschlossen sind. Im Jahr 2017 betrug die Quote der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle für die Commerzbank in Deutschland 5,6 Unfälle je 1.000 Mitarbeiter (2016: 6,4) und lag damit erneut auf einem niedrigen Niveau unterhalb der Quoten der zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung. Im Berichtsjahr ereignete sich kein Unfall mit Todesfolge.

Anzahl der Arbeitsunfälle Commerzbank AG Inland nach Region und Geschlecht (PDF, 36 kB)
  
403-4Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in formellen Vereinbarungen mit Gewerkschaften behandelt werden
Mehrere Betriebsvereinbarungen zu den Themen „Fairness am Arbeitsplatz“, „Suchtprävention“, „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ und „Bildschirmarbeitsplätze“ regeln gesundheitsorientiertes Arbeiten in der Bank. Seit 2013 existiert in der Commerzbank eine Betriebsvereinbarung zur Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen. Die Ergebnisse sind Grundlage dafür, entsprechende Maßnahmen gemeinsam mit Mitarbeitern und Führungskräften zu entwickeln und umzusetzen. In Kooperation mit den Arbeitnehmervertretern wurden 2016 alle bestehenden Teilaspekte der Gefährdungsbeurteilung einem umfassenden Review-Prozess unterzogen. In der Folge wurde der Fragebogen optimiert und eine neue Systematik in der Zuordnung der Berichte eingeführt, die zu einer zielgerichteten Bearbeitung durch die Führungskräfte beiträgt. Außerdem wurde ein Spezialistenteam zur Unterstützung aller Themen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung etabliert, das die Ergebnisqualität weiter verbessern und zugleich die Bearbeitung beschleunigen soll.
  

404 Aus- und Weiterbildung

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Um Mitarbeiter langfristig an uns zu binden und ihre Qualifikationen gewinnbringend für die Entwicklung unseres Unternehmens einzusetzen, wollen wir ihre Fähigkeiten frühzeitig entdecken und ausbauen. Das Talent-Management der Commerzbank verfolgt daher einen ganzheitlichen Ansatz. Es beginnt mit der Rekrutierung und Entwicklung von Auszubildenden und reicht über das Begleiten von akademischen Nachwuchskräften in erste Zielfunktionen bis hin zur Personalentwicklung für Fach- und Führungskräfte sowie Projektmanager.

Mit dem „Kompetenz-Dialog“ stellen wir bankweit einheitliche Standards für die Qualifizierung und Entwicklung sicher. Dabei schätzen zunächst die Mitarbeiter ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen selbst ein. Anschließend gibt die Führungskraft eine Einschätzung über die Kompetenzen des Mitarbeiters ab. Dies bildet die Grundlage für einen regelmäßigen Dialog und ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre berufliche Zukunft gemeinsam mit ihrer Führungskraft aktiv zu gestalten. Im Anschluss an die Erst-Fremdeinschätzung des direkten Vorgesetzten und ein eventuell geführtes Zwischengespräch wird eine Personalportfoliorunde durchgeführt, um die Kompetenzeinschätzung zu validieren und zu objektivieren sowie die Führungskraft in Hinblick auf Weiterentwicklung und Qualifizierungsmaßnahmen zu beraten. Im Berichtsjahr haben HR-Beratungseinheiten verschiedene Portfoliorunden begleitet, um die Nachhaltigkeit dieses Managementansatzes sicherzustellen.

Darüber hinaus kommen in der Commerzbank weitere Personalführungsinstrumente zum Einsatz, so etwa die Ziel- und Leistungsbewertung, die Leistungsbeurteilung und die Zielvereinbarung. Diese dienen zur persönlichen Standortbestimmung des Mitarbeiters sowie zur Entgeltfindung im Rahmen der bestehenden inländischen Betriebsvereinbarungen und lokalen Regelungen. Durch die Anwendung der Personalführungsinstrumente wird unter anderem sichergestellt, dass die Mitarbeiter ihr Handeln an den strategischen Zielen der Bank ausrichten.

Zielsetzungen im Bereich Aus- und Weiterbildung enthält das Nachhaltigkeitsprogramm unter „Mitarbeiter: Qualifizierung und Entwicklung“.
6 
404-1Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestelltem
2017 haben 2.784 Präsenzseminare mit 47.982 Teilnehmertagen stattgefunden. Inklusive Selbstlernmedien haben wir insgesamt 648.583 Stunden in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter der Commerzbank AG Inland investiert. Die durchschnittliche Stundenzahl pro Mitarbeiter und Jahr betrug im Berichtszeitraum somit 19,34 Stunden. Wir berichten die Stunden nicht aufgeschlüsselt nach Mitarbeiterkategorie. Diese Daten liegen nicht vor, da sie in Bezug auf die Weiterbildung bei der Commerzbank nicht wesentlich und damit nicht steuerungsrelevant sind. Weiterbildung wird in der Commerzbank bedarfsbezogen angeboten.

Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung je Mitarbeiter nach Geschlecht (PDF, 36 kB)

Von den am 31. Dezember 2017 in der Commerzbank AG Inland beschäftigten 30.876 Mitarbeitern befanden sich 701 in einer Berufsausbildung (544 Auszubildende und 157 Studierende dualer Studiengänge). Im Berichtszeitraum haben wir 270 Auszubildende und Studierende dualer Hochschulen eingestellt. Sie lassen sich zu Bankkaufleuten ausbilden oder erwerben einen Bachelorabschluss. Von den an einer Übernahme interessierten Auszubildenden und Studenten dualer Studiengänge haben wir im Berichtszeitraum 276 (62 %) eine aussichtsreiche berufliche Perspektive in der Bank eröffnet. Ende 2017 beschäftigte die Bank des Weiteren 97 Mitarbeiter als Trainees und 350 Studierende im Commerzbank-Studienkreis. Darüber hinaus waren 84 akademische Praktikanten 2017 bei uns tätig.

Ausbildung in der Commerzbank AG Inland (PDF, 36 kB)
65, 8
404-2Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe
In der „Commerzbank-Akademie“ bündeln wir alle Angebote unter einem Dach und ermöglichen lebenslanges berufsbezogenes Lernen. Mitarbeiter werden bestärkt, ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung noch aktiver mitzugestalten und gemeinsam mit ihrer Führungskraft die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen. Die Akademie bietet dafür rund 1.500 Maßnahmen. Das Angebot umfasst ein Spektrum vom Basiswissen für Neueinsteiger bis hin zu hoch spezialisierten Angeboten für Mitarbeiter aller Fachrichtungen. Mitarbeitern stehen drei gleichwertige Laufbahnen mit klar strukturierten Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung: die Fachlaufbahn, die Führungslaufbahn und die Projektlaufbahn. Internationale Einheiten haben eigene Angebotskataloge außerhalb des Akademieportals. Im dritten Quartal 2017 wurde ein Projekt zur Einführung einer internationalen Qualifizierungsplattform gestartet. Diese wird 2018 sukzessive eingeführt.
 8
404-3Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer Karriereentwicklung erhalten
Karriereentwicklung erfolgt in der Commerzbank strukturiert durch den „Kompetenz-Dialog“ (siehe 404/103). Dieser wird alle zwei Jahre durchgeführt, zuletzt 2016. Damals lag die Beteiligungsquote bei 98 % (rund 28.300 Mitarbeiter). Im Berichtsjahr fand kein Kompetenz-Dialog statt. Außertarifliche Mitarbeiter erhalten daneben eine jährliche Ziel- und Leistungsbewertung als Grundlage für die Bonuszahlung. Eine Leistungsbeurteilung wird Mitarbeiter bei Versetzung, Wechsel des Vorgesetzten oder Ausscheiden aus der Bank sowie auf besonderen Wunsch von Mitarbeitern und Vorgesetzten ausgestellt.
65, 8

405 Vielfalt und Chancengleichheit

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die Themen „Diversity & Inclusiveness“ haben bei der Commerzbank einen großen Stellenwert. Das zentrale Gremium zur strategischen Ausrichtung ist der „Global Diversity Council“. Die Beteiligung aller Geschäftsbereiche und die Unterstützung durch regionale Councils ermöglichen es, länderspezifische Unterschiede und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Zu den bestehenden Handlungsfeldern „Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf“, „Frauen in der Bank“, „Väter“, „Sexuelle Orientierung“, „Generationen“, „Kulturelle Vielfalt“ und „Mitarbeiternetzwerke“ kam 2016 das Handlungsfeld „Mitarbeiter mit Behinderungen“ hinzu. Eine Schwerbehindertenvertretung setzt sich konsequent dafür ein, dass sich in der Commerzbank Schwerbehinderte und Nichtbehinderte gleichberechtigt gemeinsam engagieren. Neben pragmatischen Hilfsmitteln und technischen Veränderungen am Arbeitsplatz werden unsere Mitarbeiter vor allem für den alltäglichen Umgang mit Krankheit und Behinderung sensibilisiert.

Ein hohes Maß an zeitlicher und örtlicher Flexibilität ist ein zentraler Faktor, um den Wandel der Arbeitswelt im Unternehmen umzusetzen. Um es unseren Mitarbeitern zu erleichtern, Familie und Beruf zu vereinbaren, bietet die Commerzbank den Mitarbeitern unterschiedliche Teilzeitmodelle und Gestaltungsmöglichkeiten an: zum Beispiel eine befristete „Schnupper-Teilzeit“ oder das Jobsharing, bei dem sich zwei Mitarbeiter in Teilzeit eine Stelle teilen. Die Teilzeitquote der Commerzbank hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht, von 20,95 % Ende 2011 auf 27,87 % Ende 2017.

Möglichkeiten längerer Freistellungsphasen (bis zu 6 Monate) bieten sich im Rahmen unserer Sabbatical-Optionen. Hierzu haben wir eine Betriebsvereinbarung geschlossen, bei der Zeiten „angespart“ werden können, um eine längere berufliche Auszeit zu ermöglichen. Daneben existieren verschiedene Angebote zur Flexibilisierung der Arbeitsortes. Im Jahr 2017 haben rund 100 Mitarbeiter ein Sabbatical in Anspruch genommen.

Darüber hinaus bieten wir Kinderbetreuung ebenso wie eine umfangreiche Unterstützung für Mitarbeiter, die Angehörige pflegen. Grundlage ist unsere „Betriebsvereinbarung Pflege“, die 2015 für die Gesamtbank geschlossen wurde. Die Kinderbetreuung unterstützen wir bundesweit mit circa 320 Kinderbetreuungsplätzen. Mit unseren im Vergleich zu kommunalen Angeboten längeren Öffnungszeiten auch in den Schulferien bieten wir für viele Eltern in der Bank das eindeutig attraktivere Angebot.

Die Ausnahme- und Ferienbetreuung der Commerzbank wurde 2017 insgesamt von 952 Kindern an 4.558 Tagen genutzt. Damit konnten Eltern in der Bank zum Beispiel bei Streiks in von ihnen genutzten kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen wesentlich entlastet werden. Denn die Bank übernimmt für jedes Kind an 25 Tagen pro Jahr die Kosten für die Ausnahmebetreuung.

Fest etabliert sind die Mitarbeiternetzwerke, die sich unter anderem im September 2017 beim fünften Diversity-Tag wieder in Workshops präsentierten. Insgesamt rund 1.500 Mitarbeiter sind bei Arco (Homo-, Bi- und Transsexuelle), dem Frauennetzwerk Courage, bei Fokus Väter, Horizont (Thema Burn-out), Kulturwerk, Cross Culture (Interkulturalität) und dem Netzwerk Pflege engagiert. 2017 kamen mit Ideal, dem Netzwerk für Mitarbeiter mit Behinderungen, und dem christlichen Netzwerk Ichthys zwei weitere Netzwerke hinzu. Mit eigenen Veranstaltungen und Projekten machen die Netzwerke auf sich und ihre Arbeit aufmerksam. Sie stehen für eine starke Kultur des Miteinanders in der Commerzbank. Neben dem bankinternen Väternetzwerk initiierte die Commerzbank mit der Väter gGmbH an mehreren Standorten ein unternehmensübergreifendes Väternetzwerk, über das Vorträge, Workshops oder Vater-Kind-Wochenenden angeboten werden.

Eine „Väter-Studie”, die von der Väter gGmbH und der Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung im Auftrag der Commerzbank erstellt wurde, brachte unter anderem das Ergebnis, dass sich Männer mehr auf sie zugeschnittene familienbewusste Maßnahmen und Angebote wünschen. 2017 wurde daraufhin der Workshop „Aushandlungsprozesse in Familien gestalten“ pilotiert, in dem Paare mit Begleitung einer Trainerin zum Beispiel Vereinbarungen über die Aufteilung der Familienarbeit treffen können. Der Anteil der Väter, die in der Commerzbank Elternzeit nehmen, lag 2017 bei 19,2 % (Vorjahr: 17,2 %). Die durchschnittliche Dauer der Elternzeit betrug 2017 bei Frauen 8,9 Monate und bei Männern 2,1 Monate.

Ein Arbeitsschwerpunkt ist seit vielen Jahren die Förderung von Frauen in Führungspositionen (siehe zu den Maßnahmen 405-1). In der Umsetzung des Bundesgleichstellungsgesetzes hatte sich der Vorstand Anfang 2015 für eine konservative Zielsetzung mit einer Frist bis zum 30. Juni 2017 entschieden, um unternehmerische Handlungsfreiheit zu haben. So lag die Zielquote auf der ersten Führungsebene bei 8,6 %. Diese haben wir zum 31. Dezember 2017 mit 14,3 % deutlich übertroffen und damit gezeigt, dass die Bank die Förderung von Frauen in Top-Positionen unabhängig von gesetzlichen Anforderungen engagiert weiterverfolgt hat. Im Mai 2017 hat der Vorstand der Commerzbank neue Ziele verabschiedet. Darin ist die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen auf 17,5 % auf der ersten Führungsebene, 20 % auf der zweiten Führungsebene und 35 % über alle Führungsebenen im Commerzbank-Konzern bis Ende 2021 vorgesehen.

Zielsetzungen im Bereich Diversity und Chancengleichheit enthält das Nachhaltigkeitsprogramm unter „Mitarbeiter: Diversity und Chancengleichheit“.
1, 6 
405-1Vielfalt in Leitungsorganen und der Angestellten
Wir konnten den Anteil von Frauen in Führungspositionen über alle Führungsebenen in der Commerzbank AG Inland auf 28,6 % im Jahr 2017 steigern (28,5 % im Vorjahr). Konzernweit lag der Anteil 2017 bei 30,7 % (Vorjahr 29,8 %). Wir arbeiten weiter kontinuierlich an unserem Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Fördermaßnahmen sowohl für Einsteigerinnen als auch für Frauen, die bereits in der Bank tätig sind, wurden 2017 planmäßig weitergeführt. So haben alle Banksegmente mindestens einen Karrieretag durchgeführt. Weitere Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Bank sind Workshops im Rahmen des „Forums Diversity“ sowie Programme wie „Keep in touch“ (10 bis 20 % Teilzeit für bis zu 12 Monate nach Geburt eines Kindes) oder eine „Rückkehrgarantie nach der Elternzeit“. Das Programm „Management Experience“ bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, sich als Führungskraft oder Projektmanager auf vorübergehend vakanten Stellen auszuprobieren. Insbesondere „Keep in touch“ hat sich zu einem erfolgreichen Teilzeitangebot entwickelt. Das Angebot wurde 2017 von insgesamt 232 Mitarbeitern genutzt. Angaben zur Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat enthält der Geschäftsbericht 2017 (S. 5 und 14 f. sowie Diversitätskonzept, S. 24 f.).

Anteil weiblicher Mitarbeiter der Commerzbank AG Inland nach Führungsebene (PDF, 37 kB)
Alters- und Geschlechtsstruktur der Mitarbeiter der Commerzbank AG Inland (PDF, 37 kB)

Im Jahr 2017 war die Bank verpflichtet, 1.591 Arbeitsplätze für schwerbehinderte Mitarbeiter vorzuhalten. Mit 1.738 von schwerbehinderten Mitarbeitern besetzten Arbeitsplätzen – und damit 5,46 % aller Arbeitsplätze in der Commerzbank AG Inland – wurde diese Anforderung übererfüllt.
65
405-2Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern
Die Gehaltsstruktur der Commerzbank kann in einer Gesamtübersicht am besten durch die Tarifgruppen dargestellt werden, da individuelle Gehälter als vertrauliche Information geschützt sind und ihre Weitergabe, einschließlich zu statistischen Auswertungen nach Geschlecht oder anderen Kriterien der Vielfalt, entsprechend eingeschränkt bleibt. Im Hinblick auf das Geschlechterverhältnis in den verschiedenen Tarifgruppen ergibt sich für Deutschland folgendes Bild:

Gehaltsstruktur der Commerzbank AG Inland: Geschlechterverhältnis in den einzelnen Tarifgruppen (PDF, 37 kB)
65, 8, 10

406 Gleichberechtigung

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Jedwede Form der Diskriminierung untergräbt die Menschenrechte. Diskriminierung von Mitarbeitern wird ebenso wie Belästigung in der Commerzbank nicht geduldet. Dies schließt sowohl verbale und körperliche Übergriffe als auch sexuelle Belästigung oder Missbrauch ein. Inakzeptabel sind bereits die Androhung einer Belästigung oder die Schaffung eines einschüchternden Umfeldes. Die Commerzbank garantiert ihren Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, dass sie im Falle berechtigter Beschwerden schnell und angemessen reagiert.

Mitarbeiter haben die Freiheit, ohne Repressalien die existierenden Beschwerdeprozesse zu nutzen. Betroffene Mitarbeiter können außerdem das Employee Assistance Program (EAP) in Anspruch nehmen. Zusätzlich bietet die Betriebsvereinbarung „Partnerschaftliches und faires Verhalten am Arbeitsplatz“ umfassende Informationen und Guidelines für Führungskräfte und Mitarbeiter der Commerzbank zum Umgang mit Diskriminierung.

Eine schnelle Reaktion auf jedwede Diskriminierung und Belästigung sehen wir als klare Verpflichtung. Mit unserem Diversity Management gehen wir aber seit vielen Jahren einen wesentlichen Schritt weiter, indem wir Mitarbeitergruppen, die vor allem in der Vergangenheit in der Gesellschaft Benachteiligungen erfahren haben, besonders unterstützen. Unsere Mitarbeiternetzwerke für Frauen in der Bank (Courage) und Schwule, Lesben und Transsexuelle (Arco) zählen zu den größten unternehmensinternen Netzwerken und tragen wesentlich zu einer Kultur der Toleranz und des Miteinanders bei.

Mit innovativen Maßnahmen, Workshops und Informationsveranstaltungen wirbt das Diversity Management für Vielfalt im Unternehmen. Seit 2016 ist mit der Inklusion von Mitarbeitern mit Behinderungen ein weiterer Schwerpunkt gesetzt, denn wir wollen bei der Erfüllung der Schwerbehindertenquote nicht stehen bleiben, sondern unseren Mitarbeitern mit Einschränkungen ebenso bessere Bedingungen schaffen wie unseren Kunden.

Unsere Aktivitäten werden mindestens zweimal im Jahr im Global Diversity Council vorgestellt und bewertet. Auch die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben wie das „Gesetz zur Gleichstellung“ und das „Gesetz zur Entgelttransparenz“ wird in diesem Gremium geprüft und diskutiert. Gleichbehandlung, Förderung und Vielfalt sowie Inklusion sind mittlerweile ein wesentlicher Teil unserer Personalstrategie. Denn nur in einem Umfeld wechselseitiger Toleranz und Wertschätzung sind wir in der Lage, unsere Ziele zu erreichen.
6 
406-1Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen
Mitarbeiter, denen ein Fehlverhalten nachgewiesen wurde, müssen damit rechnen, dass die Commerzbank alle arbeitsrechtlichen Optionen prüft. In besonders gravierenden, strafrechtlich relevanten Fällen werden die Behörden eingeschaltet. 2017 hat sich kein solcher Fall ereignet. 2017 gab es im EAP insgesamt 25 Kontakte zum übergreifenden Themenfeld „Mobbing, Diskriminierung und sexuelle Belästigung“. Das entspricht knapp 1 % von rund 2.791 gesamten EAP-Kontakten 2017.
65, 16

407 Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen

Nr.IndikatorUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die Commerzbank bekennt sich zu den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter im Commerzbank-Konzern arbeitet in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (ca. 96 % per Ende 2017). Diese Länder haben die Standards der ILO gesetzlich verankert. Die nationalen gesetzlichen Vorgaben setzt die Commerzbank selbstverständlich um. Hierzu zählt nicht zuletzt die im Grundgesetz Art. 9 verankerte Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland ist die Commerzbank zudem an die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gebunden. Außerdem bekennt sich die Commerzbank bereits seit 2006 zu den Prinzipien des UN Global Compact (UNGC) und verpflichtet sich damit unter anderem, die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen zu wahren, für die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit und die Abschaffung von Kinderarbeit einzutreten sowie sich für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Erwerbstätigkeit einzusetzen.
2, 3 
407-1Geschäftsstandorte und Lieferanten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte
Die Zusammenarbeit zwischen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite der Commerzbank ist von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt. Die gemeinsam getroffenen Betriebsvereinbarungen tragen den Zielen der Bank ebenso Rechnung wie den sozialen Interessen der Mitarbeiter. Das gilt auch für die Zukunft. Es sind keine Fälle bekannt, bei denen in der Commerzbank grundlegende Rechte in Bezug auf Vereinigungsfreiheit oder Beteiligungsrechte auf tarif- oder betriebsverfassungsrechtlicher Ebene nicht eingehalten wurden. Auch von unseren Lieferanten erwarten wir, die Vereinigungsfreiheit zu respektieren, und haben dies im Standard für eine nachhaltige Beschaffung festgehalten.
38

414 Soziale Bewertung der Lieferanten

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Siehe 308-1.
2 
414-1Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden
Siehe 308-1.
216
414-2Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen
Im Rahmen des Lieferantenmanagements sind Fragen der Nachhaltigkeit ein Kriterium der jährlichen Bewertung der wesentlichen Lieferanten. Im Falle von Verstößen gegen den Standard für eine nachhaltige Beschaffung werden Lieferanten gezielt auf Verbesserungserfordernisse hingewiesen. Es wurden im Berichtsjahr keine Verträge mit Lieferanten wegen Nichteinhaltung von Menschenrechten oder Sozialstandards aufgelöst.
2 

415 Politische Einflussnahme

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die Commerzbank steht im regelmäßigen Austausch mit nationalen wie internationalen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sowie den Verantwortlichen in der Politik, um auf die Klarheit und Verlässlichkeit von Regelungen zu Produkten und Dienstleistungen hinzuwirken – im Interesse ihrer Kunden sowie einer langfristigen Planungsfähigkeit. Im Dialog mit Politik und Verbänden tragen wir somit zu einer verantwortungsvollen Gestaltung der Rahmenbedingungen des Bankgeschäfts bei. Die politische Kommunikation der Commerzbank wird durch den Bereich Public Affairs in enger Abstimmung mit den Mitgliedern des Vorstands koordiniert. Die Bank unterhält Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel. Seit 2010 ist sie im Transparenzregister der EU registriert und berichtet über Aktivitäten, handelnde Personen und jährliche Aufwendungen im Rahmen der politischen Meinungsbildung. Die Zielsetzungen dazu enthält das Nachhaltigkeitsprogramm unter dem Stichwort „Politische Willensbildung“. Die Commerzbank begegnet ihrer zunehmenden politischen Verantwortung mit dem Aufbau des Bereichs Public Affairs und der Vernetzung der Verbindungsbüros mit der Schwesterabteilung Issue-Management in Frankfurt und einem Commerzbank-Mitarbeiter beim Internationalen Bankenverband (IIF) in Washington.

Die Spendenrichtlinie der Commerzbank definiert klare Rahmenbedingungen für ihr Spendenwesen. Demnach darf eine Spende insbesondere nicht mit der Geschäfts- und Verhaltensethik der Commerzbank, den Compliance-Grundsätzen sowie speziell definierten Ausschlusskriterien in Konflikt stehen. Spenden, die zu einem Interessenkonflikt führen könnten, sind zu vermeiden. Als Spendenempfänger ausgeschlossen sind vom Verfassungsschutz beobachtete Vereinigungen und Sekten sowie Organisationen, vor denen das Deutsche Zentrum für soziale Fragen ausdrücklich warnt.
10 
415-1Parteispenden
Die Commerzbank tätigt gemäß ihrer Spendenrichtlinie keine Geldzuwendungen an Parteien, parteinahe Institutionen oder Politiker.
1016

417 Marketing und Kennzeichnung

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die Commerzbank informiert ihre Kunden vollumfänglich und korrekt über Chancen und Risiken von Finanzprodukten und erfüllt hiermit alle regulatorischen Anforderungen im Wertpapiergeschäft. Darüber hinaus erstellen wir Geeignetheitserklärungen im Rahmen unserer Beratungsgespräche. Der Kunde kann alle Beratungsschritte am Bildschirm mitverfolgen und Ausdrucke mit nach Hause nehmen. Mit der Vertriebsanwendung CobaHyp bieten wir anbieterunabhängige Informationsgespräche zur Immobilienfinanzierung an. Mithilfe einer umfangreichen Datenbank zeigen wir Konditionen von rund 250 Banken. Und wir bieten nicht nur Markttransparenz, sondern geben Kunden auch die Möglichkeit, Wettbewerbsangebote direkt durch uns vermitteln zu lassen. Die nachhaltigen Qualitätsstandards der Commerzbank, wie beispielsweise die Berücksichtigung der kundenindividuellen Situation und Wünsche sowie ausgiebige Erläuterungs- beziehungsweise Informationsgespräche, wurden bereits durch diverse unabhängige Tests bestätigt.
7 
417-1Anforderungen für die Produkt- und Dienstleistungsinformationen und Kennzeichnung
Im Zuge der Information ihrer Kunden über die Chancen und Risiken von Finanzprodukten erstellt die Commerzbank Geeignetheitserklärungen zu ihren Beratungsgesprächen und stellt den Kunden alle relevanten Produktinformationen zur Verfügung. Hierzu zählen unter anderem regulatorisch vorgeschriebene Informationsblätter wie Produktinformationsblatt (PIB), Basisinformationsblatt (BIB) oder die wesentlichen Anlegerinformationen (WA).
 12

418 Schutz der Kundendaten

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Nur mit zufriedenen Kunden kann die Commerzbank nachhaltig erfolgreich sein. Deshalb richtet sie ihr Angebot an den Kundeninteressen aus und zählt Kundenzufriedenheit zu den wichtigsten Kennzahlen in der Bewertung des Geschäftserfolgs. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung ist dabei auch der Schutz personenbezogener Daten von höchster Priorität. Verantwortlich für den Datenschutz bei der Commerzbank ist der Bereichsleiter GS-OS Physical Security & Data Protection. Die Mitarbeiter der ihm zugeordneten Abteilung Datenschutz überwachen das Einhalten von datenschutzrechtlichen Bestimmungen, Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Der Schutz personenbezogener Daten von Kunden und Mitarbeitern wird durch technisch-organisatorische Maßnahmen nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) gesetzeskonform sichergestellt. Neben der Zutrittskontrolle zu Rechenzentren umfassen diese:

  • die Zugangskontrolle etwa durch Passwörter und Zugriffskontrollen über Berechtigungssysteme,
  • die Weitergabekontrolle zum Beispiel durch Verschlüsselung der Übertragungskanäle,
  • die Eingabekontrolle durch Logging von Zugriffen auf Daten,
  • die Auftragskontrolle durch Überwachen und Steuern von Auftragnehmern im Rahmen von Auslagerungen,
  • die Verfügbarkeitskontrolle durch Maßnahmen des Business-Continuity-Managements sowie
  • die Trennungskontrolle durch das gesonderte Speichern von Datenbeständen für unterschiedliche Zwecke.


Ab Mai 2018 ist die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) anzuwenden, die von nationalen Ergänzungsgesetzen begleitet wird. Die Commerzbank setzt diese Neuerungen in einem Projekt um, das die Einhaltung der veränderten datenschutzrechtlichen Vorschriften zum Ziel hat.

  
418-1Begründete Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes und den Verlust von Kundendaten
Im Jahr 2017 gingen konzernweit 158 Beschwerden im Zusammenhang mit dem Schutz von Kundendaten ein. Das ist im Verhältnis zur Zahl von mehr als 18 Mio. Privat- und Unternehmerkunden sowie über 60.000 Firmenkunden eine sehr geringe Quote. Trotzdem verfolgen wir jeden einzelnen Fall mit Nachdruck. In den meisten Fällen wurde reklamiert, dass Kundendaten unbefugt genutzt oder an Dritte zur Kenntnis gelangt seien. Von den eingegangenen Beschwerden wurden etwa 70 % als begründet eingestuft. Einige Beschwerden wurden direkt den Datenschutz-Aufsichtsbehörden vorgebracht.
 16

419 Sozioökonomische Compliance

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die Commerzbank sieht das ordnungsgemäße und gesetzestreue Handeln aller Geschäftsbereiche als unverzichtbare Basis unserer unternehmerischen Verantwortung. Sie trifft umfassende Vorkehrungen, damit Kunden und Mitarbeiter nicht Opfer oder Teil betrügerischer Handlungen werden. Außerdem schützen wir unsere Produkte und Prozesse vor Missbrauch. Es ist unsere oberste Maxime, fragwürdige Sachverhalte aufzuklären und allen wirtschaftskriminellen Versuchen ohne Ansehen der Person mit null Toleranz zu begegnen. Um der stetig wachsenden Komplexität der nationalen wie internationalen Gesetze und Regelungen gerecht zu werden, entwickelt der Konzern seine Risikosteuerung ständig weiter und passt diese an aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen an. Details siehe Konzernrisikobericht im Geschäftsbericht 2017 (S. 99 ff.).
  
419-1Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich
Im Berichtsjahr wurde die Commerzbank zu keinen wesentlichen Bußgeldern verurteilt. Angaben zu laufenden rechtlichen Verfahren zum Jahresende 2017 enthält der Geschäftsbericht 2017 (S. 129).
 16

4. Sustainable Finance

Alle einklappen Alle ausklappen

103 Managementansatz

Nr.AngabeUNGCSDG
103Managementansatz (inklusive 103-1, 103-2, 103-3)
Die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit bietet uns als Bank zahlreiche Chancen: Energiewende und CO2-Reduktion erfordern neue Technologien und Produkte, die mit hohen Investitionen verbunden sind. Zudem wächst das Interesse an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Deswegen entwickeln wir Produkte und Dienstleistungen, die der veränderten Nachfrage nach Finanzierungen, neuen Renditechancen und Kundenbedürfnissen gerecht werden und dabei einen sozialen oder ökologischen Nutzen entfalten. Diesen Prozess zu begleiten, ist Aufgabe des 2017 gegründeten „Sustainable Finance Committees“, das zur Vernetzung von Einheiten und Aktivitäten mit Bezug zu nachhaltigem Finanzwesen innerhalb der Commerzbank beiträgt. Mit diesem Komitee will die Bank internationale Transformationsprozesse aktiv unterstützen sowie neue und innovative Geschäftsfelder erschließen. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit wird ein übergreifender Informationsaustausch ermöglicht und gefördert, der die Entwicklung neuer und die Verbesserung bereits bestehender Angebote mit ökologischem und sozialen Nutzen unterstützt (siehe auch S. 12 im Nachhaltigkeitsmagazin 2017 (PDF, 4,2 MB) ).

Vertreten in diesem Gremium ist auch das Reputationsrisiko-Management, das für die Durchsetzung von Sustainable Finance in der Commerzbank von besonderer Bedeutung ist: Sobald die Marktseite feststellt, dass ein von der Bank als sensibel definiertes Themenfeld tangiert wird, ist das entsprechende Produkt, Geschäft oder die Kundenbeziehung dem Reputationsrisiko-Management vorzustellen. Das Reputationsrisiko-Management führt eine intensive Recherche möglicher Umwelt- und Sozialrisiken durch, die mit den bestehenden oder potenziellen Geschäftspartnern beziehungsweise dem Geschäftsinhalt verbunden sein könnten. Hierbei greift die Abteilung auf Informationen und Berichte von Nichtregierungsorganisationen und Analysten ebenso wie auf Medienberichte und Unternehmensveröffentlichungen zurück. Anschließend erfolgt eine umfangreiche Analyse, die durch eine differenzierte Bewertung abgeschlossen wird. Die Evaluation von Umwelt- und Sozialrisiken erfolgt anhand einer fünfpoligen Skala und kann bis zur Ablehnung des Produkts, des Geschäfts oder der Geschäftsbeziehung führen. Sobald die Abteilung im Rahmen der Prüfung ein erhebliches Reputationsrisiko feststellt, wird ein Bereichsvorstand involviert. In gravierenden Fällen ist eine Eskalation bis zum Konzernvorstand möglich.

Im Berichtszeitraum haben wir ein neues Rahmenwerk für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft entwickelt und im Internet veröffentlicht. In diesem beschreiben wir detailliert die Funktionsweise der Steuerung von Umwelt- und Sozialrisiken . Besonders geschäftsrelevante Nachhaltigkeitsrisiken wie zum Beispiel bei Rüstungsgütern, Energieerzeugung und Rohstoffgewinnung haben wir in konkrete Richtlinien überführt und zudem Positionen zu kontroversen Geschäftsfeldern formuliert. Die Positionen und Richtlinien der Commerzbank zu Umwelt- und Sozialthemen sind in drei Kategorien gegliedert: allgemeine Ausschlusskriterien, branchenübergreifende Anforderungen und branchenspezifische Anforderungen.

Eine branchenübergreifende Anforderung stellt das Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte dar – sowohl gegenüber den eigenen Mitarbeitern und Lieferanten (siehe 407/103) als auch bei Geschäften und Geschäftsbeziehungen. Bei der inhaltlichen Definition von Menschenrechten bezieht sich die Commerzbank auf international akzeptierte Normen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland ist die Commerzbank an die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gebunden und orientiert sich darüber hinaus an den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN). Mit dem Bekenntnis zum UN Global Compact hat sich die Commerzbank unter anderem verpflichtet, den Schutz der internationalen Menschenrechte zu unterstützen und sicherzustellen, sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig zu machen.

Reputationsrisiko-Prüfungen finden nicht nur bei Neugeschäften statt, sondern auch bei Prolongationen sowie aus gegebenem Anlass. Neben der Prüfung ist die Hauptaufgabe des Reputationsrisiko-Managements die Steuerung originärer Reputationsrisiken über einen qualitativen Ansatz. Im Rahmen dieses Prozesses erfolgt ein kontinuierliches Monitoring von Medien und Nichtregierungsorganisationen zu ökologisch oder sozial kontroversen Themen, Projekten und Unternehmen. Hierzu gehört der regelmäßige Austausch mit Nichtregierungsorganisationen sowie die Erstellung und Aktualisierung von Positionen und Richtlinien der Bank zu sensiblen Themenfeldern. Darüber hinaus informiert und sensibilisiert die Abteilung Mitarbeiter der Commerzbank im In- und Ausland durch regelmäßige Besuche, Präsentationen und Newsletter.

Als eine Abteilung des Konzernbereichs Group Communications liegt das Reputationsrisiko-Manage-ment im Verantwortungsbereich des Vorstandsvorsitzenden. Die von der Abteilung identifizierten und bearbeiteten Reputationsrisiken fließen in den vierteljährlichen Bericht über nicht quantifizierbare Risiken an den Risikoausschuss des Aufsichtsrats sowie in den Quartalsreport über erhebliche und hohe Reputationsrisiken an den Finanzvorstand und die zuständigen Segmentvorstände ein. Das Reputationsrisiko-Management ist Bestandteil unserer Gesamtrisikostrategie. Details siehe Risikobericht im Geschäftsbericht 2017 (S. 131).

Funktionsweise der Steuerung von Umwelt- und Sozialrisiken in der Commerzbank (PDF, 44 kB)

Rund 90 % unserer Cashflow-orientierten Projekt- und strukturierten Finanzierungen werden in Europa abgewickelt. Dabei überwachen wir die Einhaltung der nationalen Umweltrichtlinien im Rahmen einer sorgfältigen Projektprüfung (Due Diligence). Bei der Finanzierung dieser Projekte arbeiten wir entweder mit supranationalen Institutionen wie der International Finance Corporation (IFC) oder nationalen Exportkreditversicherungen zusammen. Somit gelten automatisch die Standards der supranationalen Institutionen oder der nationalen Exportkreditversicherungen (Common Approaches) der OECD.

Der Commerzbank ist bewusst, dass Banken über die eigene Unternehmensgrenze hinaus einen Einfluss auf Fragen der Nachhaltigkeit nehmen können. Aus diesem Grund spricht sie beispielsweise Firmenkunden aktiv auf Nachhaltigkeitsthemen an – etwa im Rahmen unserer Mitgliedschaft in der Bremer Baumwollbörse oder dem Roundtable on Sustainable Palm Oil. Dies erfolgt bei Bedarf, etwa um unklare Sachverhalte bilateral zu klären oder Voraussetzungen für Bankdienstleistungen abzustimmen.

Auch bei der Entwicklung klassischer Finanzierungslösungen bezieht die Commerzbank aktiv Nachhaltigkeitsaspekte ein, indem sie ihre Kunden über die Vorteile öffentlicher Fördermittel für diese Investitionen berät und zur Umsetzung nachhaltiger Projekte motiviert (siehe dazu S. 45 im Geschäftsbericht 2017 und S. 16 f. im Nachhaltigkeitsmagazin 2017 (PDF, 4,2 MB) ). In ihrem Nachhaltigkeitsprogramm hat das Firmenkundensegment Ziele für einen Ausbau dieser Beratung formuliert: Sie will die Transparenz über bestehende öffentliche Fördermittel erhöhen, den Antragsprozess deutlich beschleunigen und das Volumen der über das KfW-Energieeffizienzprogramm an Firmenkunden ausgereichten Kredite kontinuierlich ausbauen.

Im Privatkundenbereich liegt der Fokus der Commerzbank bei der Verantwortung im Kreditgeschäft auf „Responsible Lending“. Dieser ganzheitliche Beratungsansatz umfasst auch die mögliche Veränderung der wirtschaftlichen Situation der Kunden. Für diesen Fall gibt es im Risikobereich der Commerzbank spezielle Einheiten, die sich mit der Risikofrüherkennung beschäftigen. Zu ihrer Aufgabe gehört es, Kunden mit sich abzeichnenden finanziellen Problemen frühzeitig – und damit möglichst vor dem Auftreten existenzieller Probleme – zu identifizieren und gemeinsam Maßnahmen zu vereinbaren, die im Idealfall in einem geregelten Rückzahlungsprozess münden. Daneben bietet die Commerzbank ihren Privatkunden bei der Geldanlage zunehmend Möglichkeiten, am wachsenden Markt verantwortungsvoller Investments mit attraktiver Rendite teilzuhaben.
  

SF1 Produkte und Dienstleistungen mit sozialem Nutzen

Nr.AngabeUNGCSDG
SF1Produkte und Dienstleistungen mit sozialem Nutzen
Produkte und Dienstleistungen, die einen speziellen sozialen Nutzen aufweisen, lassen sich nicht klar von den übrigen Produkten und Dienstleistungen trennen, da der soziale Nutzen wesentlich von den Kaufmotiven der Kunden abhängt, die sich einer Bewertung durch die Commerzbank entziehen. Dennoch gibt es eine Reihe von Angeboten speziell im Privatkundengeschäft, die einen sozialen Nutzen beinhalten. Dazu zählen insbesondere Wohneigentum und Altersvorsorge. Das Brutto-Bauspargeschäft der Commerzbank hatte 2017 einen Umfang von rund 2,7 Mrd. Euro. Im niedrigen Zinsumfeld stehen ein Eigenkapitalaufbau für den späteren Eigentumserwerb sowie langfristige Zinssicherung bei Baufinanzierung und Modernisierungsmaßnahmen im Fokus. Daneben sind die Absicherung von Lebensrisiken und die private Altersvorsorge unverändert kundenrelevante Beratungsthemen. Im Berichtsjahr wurden im Versicherungsgeschäft geförderte Riester- und Basisrenten-Verträge mit einer Bewertungssumme von rund 243 Mio. Euro vermittelt. Zum Vorsorgeportfolio der Commerzbank gehören darüber hinaus Produkte zur Risikoabsicherung wie Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie weitere Produkte zum Aufbau einer Altersvorsorge (Privatrenten). Überwiegend werden sicherheitsorientierte Vorsorgekonzepte in der Kapitalanlage nachgefragt.
1-61, 11

SF2 Produkte und Dienstleistungen mit ökologischem Nutzen

Nr.AngabeUNGCSDG
SF2Produkte und Dienstleistungen mit ökologischem Nutzen
Das bei der Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris vereinbarte 2-Grad-Ziel stellt die Weltgemeinschaft vor große Aufgaben. Unter dem Schlagwort „Green Finance“ entwickeln Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam in zahlreichen Projekten auf nationaler wie internationaler Ebene das Bankgeschäft der Zukunft. Die Commerzbank beteiligt sich in verschiedenen Initiativen daran, so seit 2016 auch in der Sustainable Trade Working Group der International Chamber of Commerce sowie der Green Finance Working Group am Institute of International Finance.

Für die Commerzbank ist Green Finance kein neues Thema: Bereits seit Mitte der 1980er-Jahre bieten wir Unternehmens- und Projektfinanzierungen entlang der Wertschöpfungskette erneuerbarer Energien. Das ausgelegte Kreditvolumen des damit betrauten Competence Center Energy umfasste 2017 rund 5,2 Mrd. Euro (5 Mrd. Euro im Vorjahr).

Projektfinanzierung erneuerbarer Energien nach Technologien (PDF, 65 kB)

Auch im Privatkundensegment gewinnt das Angebot nachhaltiger – und damit auch ökologischer – Investments weiter an Bedeutung. Durch strategische Partnerschaften mit ausgewählten Fondsgesellschaften bieten wir nachhaltige Investments wie beispielsweise Anleihen und Aktien- oder Rentenfonds in Bereichen wie Klimaschutz, Solar- und Windenergie an. Gleichzeitig wird prozessual sichergestellt, dass unter anderem gezielte Investitionen in gesellschaftlich kontroversen Branchen wie Rüstung oder Direktinvestitionen in Agrarrohstoffe ausgeschlossen werden.

In einer besonderen Aktion bot die Commerzbank zwischen April und August 2017 fünf ausgewählte Nachhaltigkeitsfonds im Online-Banking ohne Ausgabeaufschlag an, um weitere Kunden für diese Anlagemöglichkeit zu gewinnen. Für weitere Details zu nachhaltigen Investments für Privatkunden siehe SF3.

Ein weiteres relevantes Themenfeld stellen Green Bonds dar: Die Commerzbank unterstützt ihre Kunden bei der Vorbereitung und Platzierung von Anleihen in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Auch arbeitet sie in entsprechenden Interessenvereinigungen und Fachverbänden mit. So trägt sie aktiv zur Weiterentwicklung des Marktes für „grüne“ Anleihen bei. Das Gesamtvolumen aller Green Bonds, deren Emission die Commerzbank 2017 begleitet hat, beträgt 5,5 Mrd. Euro (5,2 Mrd. Euro im Vorjahr). Als Teilnehmerin am europäischen Emissionsrechtehandel engagiert sich die Commerzbank darüber hinaus in der Carbon Pricing Leadership Coalition (CPLC) der Weltbank und ist damit in der Lage, ihre Firmenkunden sachkundig zu aktuellen internationalen Entwicklungen im Emissionsrechtehandel und Carbon Pricing zu beraten.
7-9 

SF3 Anlagevermögen, das auf ökologische und soziale Aspekte geprüft wurde

Nr.AngabeUNGCSDG
SF3Anlagevermögen, das auf ökologische und soziale Aspekte geprüft wurde
Mit dem Fonds „Commerzbank Globale Aktien – Katholische Werte“ können Anleger an der Entwicklung eines internationalen Aktienportfolios partizipieren, dessen Anlagestrategie an Nachhaltigkeitskriterien der katholischen Kirche ausgerichtet ist. Grundlage bilden über 700 Aktien aus dem World Index der Morgan Stanley Capital International (MSCI), die im Catholic Value Custom Index abgebildet sind. Dieser Fonds wurde 2017 das zweite Jahr in Folge mit dem FNG-Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlagen e. V. ausgezeichnet (Details im Nachhaltigkeitsportal).

Längst sind es nicht mehr nur Stiftungen oder Kirchen, die ihr Geld nachhaltig anlegen wollen. Auch Privatanleger erwarten zunehmend, dass die Unternehmen, in die sie investieren, ethisch und umweltbewusst handeln. Die Commerzbank bietet daher auch ihren Privatkunden eine individuelle nachhaltige Vermögensverwaltung, bei der auf der Aktienseite insbesondere in Einzelwerte investiert wird, die den „Prime Status“ der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS-Oekom aufweisen, also im jeweiligen Sektor zu den nachhaltigsten Unternehmen gehören. Bis Ende 2017 wurden uns in dieser Variante der Vermögensverwaltung mehr als 160 Mio. Euro anvertraut. Aber auch, wer in Einzeltitel investieren möchte, kann dies nachhaltig tun: Alle Aktienvoten der Commerzbank für Privatkunden enthalten die Bewertung dieser Ratingagentur, sofern eine solche erfolgt ist.

Da die Commerzbank den Eigenhandel in ihrem Investmentbanking bereits 2004 eingestellt hat, gibt es keine explizite Prüfung nach ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten für Eigenanlagen: Eigenanlagen der Commerzbank bestehen vornehmlich aus Anlagen für die Liquiditätsreserve nach Basel 3. Der Fokus liegt wie vom Gesetzgeber vorgesehen auf der hohen Marktliquidität der Anleihen. Wir investieren deshalb in Anleihen von Zentralstaaten – zum Beispiel Bundesanleihen – und Regionalstaaten wie jenen der deutschen Bundesländer oder Agencies – etwa KfW, ESM, EFSF oder EIB – sowie in Pfandbriefe.
1-1010

SF4 Active Ownership

Nr.AngabeUNGCSDG
SF4Active Ownership
Die Commerzbank hat eine Richtlinie für die Stimmrechtsvertretung für die Unternehmen im Fonds „Commerzbank Globale Aktien – Katholische Werte“ (siehe SF3) verfasst. Mit GES wurde ein führender Anbieter für Dienstleistungen im Bereich nachhaltiges Investment mit der Wahrnehmung der Stimmrechte in Sinne dieser Proxy-Voting-Policy beauftragt. Für die übrigen Firmen im Anlageportfolio gibt es keine Abstimmungsrichtlinien zu ökologischen und sozialen Fragen, da dies zentrale Themen der Geschäftsführung sind, die damit üblicherweise nicht im Rahmen der Hauptversammlung durch die Aktionäre entschieden werden, falls es der Vorstand nicht ausdrücklich verlangt (siehe auch § 119 Aktienrecht).
  

Im Interesse der Lesefreundlichkeit verzichten wir im Text auf geschlechtsbezogene Dopplungen.

Download

Zum Seitenanfang