Ponto Performance Preis 2018 Ponto Performance Preis 2018

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Caroline Creutzburg ist Trägerin des Ponto Performance Preises 2018. Geboren in Berlin, studierte Caroline Creutzburg zunächst Kostümbild an der dortigen Universität der Künste, bevor sie an das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen wechselte. Caroline Creutzburg / Foto: Jürgen Ponto-StiftungSie initiiert eigene Bühnen-Projekte, bei denen sie immer wieder mögliche Konstellationen der Zusammenarbeit befragt. So entwickelte sie in Kooperation mit Sophie Reble die Performance "Eine Pistole, ein Tanz, etwas aus Holz, das was kann", die 2010 den Jury-Preis des 100° Festivals Berlin gewann. Thema der 2013 entstandenen Produktion "Seid gastfreundlich gegeneinander ohne Murren" ist die Verzerrung der Figur des Showmasters. Mit der Live-Radioshow "B Open" (eine Ensemble-Arbeit zusammen mit Franziska Dick, Rupert Jaud, Sophie Reble, Bettina Rychener und Maxi Zahn) tourte Creutzburg im Rahmen des Freischwimmer Festivals 2014/15 im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit Maxi Zahn realisierte sie 2016 die Audioinstallation "League of Morons" im Kontext des Festivals der Jungen Talente im Frankfurter Kunstverein. Mit dem Soloformat "Nerve Collection", das den Jury-Preis des Körber Studio Junge Regie 2017 gewonnen hat, widmet sie sich einer Bestandsaufnahme des Selbst. Im Rahmen der Fleetstreet Residenz recherchierte sie unter der Maßgabe "What if NATURE wore drag?". Im Mai 2018 zeigt Caroline Creutzburg ihr Masterprojekt, ein szenisch-auditives Erdoberflächenspektakel, im Frankfurt LAB.

Jurybegründung

Den Ponto Performance Preis 2018 verleihen wir an die Performance-Künstlerin Caroline Creutzburg. Mit insistierender Diskretion zieht Caroline Creutzburg in ihren Bühnenperformances die Trag- und Aussagefähigkeit von Selbst-Konstruktionen und darüber auch das Theater als gewinnversprechenden Ort der Selbst-Verständigung und -Konstitution in Zweifel. In vielfacher Hinsicht befragen und erkunden ihre Performances dabei den Wert von „Unterhaltung“: als scheiternde Form der Begegnung und des Austauschs, als Ort des vermeintlich Banalen, als unmöglicher Raum für implizite Adressierung und Artikulation. In ihrem aktuellen Solo „Nerve Collection“, das Caroline Creutzburg bereits im Jahr 2016 zu entwickeln begann und früh in ersten Fassungen präsentierte, verwebt sie auf herausragende Weise als Autorin, Performerin, Musikerin, Bühnen- und Kostümbildnerin ihre Fragen an das Medium Performance zu einem sehr persönlichen performativen Manifest. Ihre Kommunikation mit dem Publikum macht dabei auf paradoxe Weise deutlich, wie kompliziert, ja unmöglich das Phantasma gelingender Kommunikation ist. Das szenographische Gefüge, in das sich Caroline Creutzburg in ihrer Solo-Arbeit „Nerve Collection“ begibt, verwebt dabei Sprache, Sound, Licht, Raum, Objekte und Projektionen derart ineinander, dass sich wie bei der Lektüre eines lyrischen Textes ein Bild ergibt, das sein Publikum eben nicht als ein seiner selbst sicheres Subjekt adressiert und es auf seine Seite zu bringen versucht, vielmehr darf es ein komplexer Organismus, ein Gefüge sein, das sich aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Darstellungsmittel ergibt, ohne dabei gefügig zu machen.

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