IR-Nachrichten IR-Nachrichten

Suche

06. Mai 2010

Commerzbank in Q1 mit operativem Ergebnis von 771 Mio Euro

  • Konzernüberschuss mit 708 Mio Euro deutlich positiv
  • Kernkapitalquote (Tier 1) mit 10,8% unverändert auf hohem Niveau
  • Bruttoerträge steigen auf 3,6 Mrd Euro (plus 56% gegenüber Q1 2009)
  • Blessing: "Wir haben einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur vollen Profitabilität erreicht"

Die Commerzbank ist im ersten Quartal mit einem operativen Ergebnis von 771 Millionen Euro erfolgreich in das Geschäftsjahr 2010 gestartet (Q1 2009: minus 595 Millionen Euro). Vor dem Hintergrund des positiven Kundengeschäfts, der reduzierten Risikovorsorge und der guten Marktentwicklung konnten die Bruttoerträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 56% auf rund 3,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Konzernüberschuss (nach Anteilen Dritter) lag bei 708 Millionen Euro (Q1 2009: minus 864 Millionen Euro). Die Kernbank mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Central & Eastern Europe (CEE) und Corporates & Markets (C&M) war operativ profitabel. Auch Asset Based Finance (ABF) und die Portfolio Restructuring Unit (PRU) schlossen die Monate Januar bis März mit einem verbesserten Ergebnis beziehungsweise einem operativen Gewinn ab. "Wir sind noch nicht am Ziel, aber das gute Ergebnis zeigt: Mit der 'Roadmap 2012' sind wir auf dem richtigen Weg. Wir haben unsere operative Performance deutlich verbessert. Damit haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur vollen Profitabilität erreicht", sagte Martin Blessing, Vorsitzender des Vorstands der Commerzbank. "Die Kernbank wird wie geplant 2010 operativ positiv abschließen. Spätestens 2011 werden wir im Konzern wieder Gewinn erwirtschaften. 2012 werden wir mit einem operativen Ergebnis von mehr als vier Milliarden Euro voll profitabel sein."


Trotz des Verkaufs von Tochtergesellschaften und der weiteren Reduzierung der Aktiva wurde der Zinsüberschuss gegenüber Q1 2009 um 12% auf knapp 1,9 Milliarden Euro verbessert. Der Provisionsüberschuss stieg um 16% auf 983 Millionen Euro. Wesentlicher Grund dafür waren zunehmende Wertpapieraktivitäten der Commerzbank-Kunden, von denen auch das Handelsergebnis (850 Millionen Euro, Q1 2009: minus 527 Millionen Euro) profitierte. Insbesondere Wertberichtigungen auf strukturierte Produkte (ABS Portfolio) führten dazu, dass das Ergebnis aus Finanzanlagen auf minus 119 Millionen Euro zurückging (Q1 2009: 386 Millionen Euro). Mit 644 Millionen Euro hat sich die Risikovorsorge gegenüber Q1 2009 um 24% und gegenüber Q4 2009 um 51% reduziert. In dem Rückgang zeigt sich auch die verbesserte wirtschaftliche Situation vieler Commerzbank-Kunden. Obwohl im ersten Quartal für die Dresdner Bank-Integration Aufwendungen von 120 Millionen Euro anfielen, konnte der Verwaltungsaufwand auf rund 2,2 Milliarden Euro reduziert werden (minus 8% im Vergleich zu Q4 2009). Bereinigt sind die Kosten auch gegenüber Q1 2009 gefallen (minus 5%). Auch das bestätigt die erwarteten Synergien. Die Zahl der Kunden liegt stabil bei 15 Millionen, davon etwa 11 Millionen im Segment Privatkunden und rund 3,9 Millionen im Segment CEE (Q4 2009: 3,7 Millionen).


"Insgesamt ist das erste Quartal 2010 besser gelaufen als ursprünglich angenommen. In allen Bereichen konnten wir eine deutliche operative Verbesserung erzielen. Hier zeigen sich die Erfolge bei der Umsetzung der 'Roadmap 2012', die durch die Markterholung unterstützt wurden. Dazu kommen die immer stärker werdenden positiven Effekte der Dresdner Bank-Integration", sagte Eric Strutz, Finanzvorstand der Commerzbank. Ihre Bilanzsumme hat die Bank zum Ende des ersten Quartals auf 846 Milliarden Euro abgebaut (minus 16% gegenüber Q1 2009). Die risikogewichteten Aktiva lagen bei 279 Milliarden Euro. Per Ende März 2010 erreichte die Kernkapitalquote (Tier 1) mit 10,8% unverändert ein hohes Niveau. Einschließlich des Gewinns des ersten Quartals beläuft sie sich auf 11,0%.



Kundengeschäft erfolgreich, Risikovorsorge reduziert


Auf Grund des Verkaufs von Tochtergesellschaften sind im Segment Privatkunden die Zahlen für 2010 nicht direkt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar. In Q1 2010 wurde ein operatives Ergebnis von 28 Millionen Euro erzielt (Q1 2009: 42 Millionen Euro). Dem Rückgang des Zinsüberschusses um 56 Millionen Euro auf 497 Millionen Euro steht ein Anstieg des Provisionsüberschusses gegenüber (plus 35 Millionen Euro auf 545 Millionen Euro). Die Mittelstandsbank erwirtschaftete ein operatives Ergebnis von 302 Millionen Euro (Q1 2009: 320 Millionen Euro). Der Zinsüberschuss ging gegenüber Q1 2009 um 6% zurück, da sich - wie im Segment Privatkunden - das Einlagenvolumen und die Einlagenmarge auf Grund des allgemein niedrigen Zinsniveaus reduzierten. Dem steht auch in der Mittelstandsbank ein gestiegener Provisionsüberschuss gegenüber (plus 8% auf 257 Millionen Euro). Trotz der Belastungen aus der ukrainischen Bank Forum erreichte CEE ein positives operatives Ergebnis (6 Millionen Euro, Q1 2009: minus 62 Millionen Euro).


Die Risikovorsorge ist insbesondere im Vergleich zu Q4 2009 deutlich gesunken: Im Privatkundensegment lag sie bei 66 Millionen Euro (Q4 2009: 72 Millionen Euro). In der Mittelstandsbank und in CEE reduzierte sie sich gegenüber dem Vorquartal von 298 Millionen Euro auf 161 Millionen Euro beziehungsweise von 296 Millionen Euro auf 94 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand des Segments Privatkunden nahm gegenüber Q1 2009 deutlich um 57 Millionen Euro auf 913 Millionen Euro ab. In der Mittelstandsbank erhöhte er sich in diesem Zeitraum insbesondere auf Grund von integrationsbedingten Einmalaufwendungen um 8% auf 357 Millionen Euro. In CEE stieg der Verwaltungsaufwand gegenüber Q1 2009 zwar um 11% auf 126 Millionen Euro, bereinigt um Währungseffekte blieb er aber stabil.



Kapitalmarktgeschäft profitiert von strategischer Neuausrichtung und Erholung des Umfelds


Corporates & Markets erzielte im traditionell starken ersten Quartal ein operatives Ergebnis von 339 Millionen Euro (Q1 2009: 43 Millionen Euro). Insbesondere das Kundengeschäft in den Bereichen Fixed Income & Currencies sowie Equity Markets & Commodities trug dazu bei, dass das Handelsergebnis auf 449 Millionen Euro gesteigert werden konnte (Q4 2009: minus 124 Millionen Euro). Der Bereich Corporate Finance verzeichnete ebenfalls einen sehr guten Start ins neue Jahr. Die Risikovorsorge lag in Q1 2009 noch bei minus 254 Millionen Euro. In Q1 2010 betrug sie plus 19 Millionen Euro. Damit ergab sich hier eine Nettoauflösung von Risikovorsorge. Der Verwaltungsaufwand reduzierte sich dank der Realisierung von Kostensynergien von 500 Millionen Euro auf 411 Millionen Euro.


Im Segment ABF stieg der Zinsüberschuss verglichen mit Q1 2009 auf Grund verbesserter Margen deutlich um 15% auf 296 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss lag bei 88 Millionen Euro, nach 63 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Insbesondere Belastungen aus US-amerikanischen Gewerbeimmobilien und die nach wie vor hohe - aber von 651 Millionen Euro in Q4 2009 auf 325 Millionen Euro in Q1 2010 deutlich gesunkene - Risikovorsorge führten zu einem operativen Ergebnis von minus 86 Millionen Euro (Q4 2009: minus 652 Millionen Euro). Der Verwaltungsaufwand sank im Vergleich zu Q1 2009 um 16 Millionen Euro auf 152 Millionen Euro.


In der PRU wurden die Erholung der Märkte und die zurückkehrende Liquidität dazu genutzt, Bestände wertmaximierend abzubauen. Für das erste Quartal weist das Segment ein stark verbessertes operatives Ergebnis aus (162 Millionen Euro, Q1 2009: minus 1,4 Milliarden Euro). Insgesamt verwaltete die PRU per Ende März Portfolios mit einer Netto-Bilanzsumme von 16,9 Milliarden Euro (minus 15% gegenüber Q4 2009).



Ausblick: "Basis für operative Trendwende weiter gefestigt"


"Wir haben die Basis für die operative Trendwende weiter gefestigt und werden uns auch künftig auf die Verbesserung der operativen Performance konzentrieren. Die Risikovorsorge ist deutlich gesunken, bei der Entwicklung der Kosten liegen wir im Plan. Auch der Integrationsprozess geht wie vorgesehen voran. Ab Mitte Juni werden wir die Filialen auf die neue Marke umstellen. Dann wird die neue Bank für unsere Kunden erlebbar", sagte Strutz. "Die Kostensynergien werden im laufenden Jahr bei gut 1,1 Milliarden Euro und damit leicht über Plan liegen. Aber das Umfeld ist weiter fragil, und Rückschläge sind nicht auszuschließen. Man kann ein gutes erstes Quartal nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Deshalb bleibt es bei unserer Aussage: Im Gesamtjahr 2010 werden wir im Konzern nur dann schwarze Zahlen sehen, wenn Konjunktur und Finanzmärkte mitspielen."



Auszug aus der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio € Q1 2010 Q1 2009 Veränderung
Zinsüberschuss 1.888 1.692 12%
Risikovorsorge - 644 - 844 24%
Provisionsüberschuss 983 850 16%
Handelsergebnis 850 - 527 -
Ergebnis aus Finanzanlagen - 119 386 -
Sonstiges betriebliches Ergebnis 22 - 71 -
Verwaltungsaufwand 2.209 2.081 6%
Operatives Ergebnis 771 - 595 -
Wertminderungen (Goodwill) - -  
Restrukturierungsaufwand - 289 -
Steuern 55 7 -
Commerzbank-Aktionären zurechenbarer Konzernüberschuss 708 - 864 -
Operative Aufwandsquote in % 61,0 89,3 32%

Durch die am 12. Januar 2009 abgeschlossene Übernahme der Dresdner Bank sind die Zahlen für 2010 nicht direkt mit den Angaben für 2009 vergleichbar. Die Segmentzahlen für 2009 bilden zur besseren Vergleichbarkeit auch die ersten Januartage des vergangenen Jahres ab, in denen die Dresdner Bank noch nicht zur Commerzbank gehörte. Alle Gruppenzahlen beziehen sich auf die Zeit nach der Übernahme der Dresdner Bank. Eine Überleitungsrechnung findet sich hier.

Zum Seitenanfang