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15. Februar 2006

Commerzbank erzielte 2005 kräftigen Gewinnzuwachs

  • Commerzbank erzielte 2005 kräftigen Gewinnzuwachs
  • Bereinigte Eigenkapitalrendite von 9,6% deutlich über Zielvorgabe
  • Auf dem Weg zur führenden deutschen Geschäftsbank


Die Commerzbank blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2005 zurück. Nach einer noch nicht testierten Übersicht hat sie ihren Konzernüberschuss gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht auf 1.165 Mio Euro. Dies entspricht einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12,4%. Unter Berücksichtigung der Erträge aus Beteiligungsverkäufen verbleibt eine bereinigte Rendite von 9,6%, womit die Bank ihre Zielvorgabe von 8% deutlich übertroffen und eines der bislang besten Ergebnisse erzielt hat. Von dem guten Ergebnis sollen die Aktionäre mit einer auf 0,50 Euro je Aktie verdoppelten Dividende profitieren. Die Mitarbeiter werden mittels einer innovativen Form der Erfolgsbeteiligung an dem Ergebnissprung beteiligt.


Weitere Ertragsfortschritte und niedrigere Risikovorsorge

Auch das 4. Quartal 2005 entwickelte sich für die Commerzbank erfreulich. Sowohl das operative Ergebnis (466 Mio Euro) als auch der Konzernüberschuss (333 Mio Euro) lagen weit über den Vergleichswerten des 4. Quartals 2004 und auch über denen des guten Vorquartals. Der ausgewiesene Restrukturierungsaufwand von 37 Mio Euro ist für die Optimierung der Prozesse in der Kreditbearbeitung sowie bei ausländischen Stützpunkten vorgesehen.

Die Erfolgsrechnung des gesamten Jahres 2005 wird ebenfalls geprägt von einem deutlichen Anstieg der Erträge um fast 16%, der die Qualität des Ergebnisses widerspiegelt. So ist trotz schwacher Kreditnachfrage der Zinsüberschuss um 5,3% gestiegen. Gleichzeitig konnte die Risikovorsorge kräftig auf 566 Mio Euro gesenkt werden. Sie war damit nicht einmal mehr halb so hoch wie zur Spitze im Jahr 2002.

Der Provisionsüberschuss (+7,3%) profitierte von höheren Einnahmen aus dem Wertpapiergeschäft und dem Asset Management. Und das Handelsergebnis lag mit 707 Mio Euro sogar um fast ein Drittel über 2004.

Im Beteiligungsergebnis (647 Mio Euro) spiegeln sich die aktiv betriebenen Verkäufe einiger Beteiligungen, namentlich MAN, Unibanco, Heidelberger Druck und Banca Intesa, wieder.

Der auf den ersten Blick überraschende Anstieg des Verwaltungsaufwands um 3,8% erklärt sich im Wesentlichen aus der zusätzlichen Mitarbeiter-Gratifikation und einer Abschreibung von 118 Mio Euro auf einen von der britischen Tochtergesellschaft Jupiter übernommenen Immobilienbestand in Asien. Ohne diese Effekte wären die Kosten kaum höher gewesen als 2004.

Als Saldo aller Erträge und Aufwendungen verbleibt für 2005 ein operatives Ergebnis von 1.717 Mio Euro, das um 70% höher war als im Jahr zuvor. Es zeigt anschaulich den erfolgreichen Turnaround, den die Commerzbank seit 2001 vollzogen hat. Entsprechend ist die operative Eigenkapitalrendite weiter auf 16,8% gestiegen, während sich die Aufwandsquote auf jetzt noch 67,1% verbessert hat.

Der Konzernüberschuss nach Abzug des Restrukturierungsaufwands, der Steuern und der konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne wird zu 328 Mio Euro für die Ausschüttung an die Aktionäre und zu 837 Mio Euro zur Einstellung in die Gewinnrücklagen verwendet.

Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller zum Ergebnis des vergangenen Jahres: "Mit diesen Zahlen ist die Commerzbank auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Wir haben unser Ziel einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 8% nicht nur erfüllt, sondern deutlich übererfüllt. Da auch die einzelnen Segmente ihre Vorgaben erreicht oder teilweise weit übertroffen haben, sind wir mit 2005 sehr zufrieden."


Mittelstandsbank, Corporates & Markets sowie Hypothekenbanken mit Ergebnissprung

Das Segment Privat- und Geschäftskunden stand im vergangenen Jahr im Zeichen von umfangreichen Wachstumsinvestitionen, insbesondere für den Ausbau des Private Banking, bei Geschäftskunden und bei der comdirect bank. Diese Initiativen haben zu einem Anstieg der Erträge beigetragen, andererseits zusätzlichen Aufwand verursacht. Außerdem hat dieses Segment den größten Teil einer Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter zu tragen. Insofern entspricht das Vorsteuerergebnis von 282 Mio Euro den eigenen Erwartungen und spiegelt eine deutlich verbesserte Vertriebsleistung wieder. Es bleibt Ziel der Bank, im Privatkundengeschäft weiter zu expandieren, auch durch externes Wachstum.

Auch im Asset Management zeigte sich der Ergebnisverlauf 2005 stabil. Die Bank setzt hier ebenfalls auf Wachstum. Ein aktuelles Beispiel ist die Übernahme der Münchner Kapitalanlage AG in zwei Schritten von der Continentale Holding AG. Diese Gesellschaft verfügt mit rund 120.000 Kunden über ein Fondsvolumen von 1,4 Mrd Euro. Neue Impulse verspricht ferner die künftig enge Zusammenarbeit mit der Continentale Versicherungsgruppe bei Fonds- und Bankprodukten.

Einen großen Sprung nach vorne machte 2005 die Mittelstandsbank der Commerzbank. Ihre operative Eigenkapitalrendite verbesserte sich signifikant auf 13,5% und übertraf damit noch die zwischenzeitlich nach oben revidierten Erwartungen. Das Ergebnis profitierte sowohl von der rückläufigen Risikovorsorge als auch von steigenden Erträgen. Aufgrund der konsequenten Orientierung am Bedarf mittelständischer Unternehmen ist es der Bank gelungen, innerhalb von nur zwei Jahren mehr als 9.700 neue Firmenkunden zu gewinnen. Sie hält somit Kurs auf ihrem Weg zur besten Mittelstandsbank Deutschlands.

Eine besonders positive Entwicklung verzeichnete auch das Geschäftsfeld Corporates & Markets mit einem Swing beim operativen Ergebnis von 287 Mio Euro auf nunmehr 212 Mio Euro. Diese Fortschritte sind um so bemerkenswerter, als der Bereich nach einer grundlegenden strategischen Neuausrichtung heute etwa 30% weniger Mitarbeiter beschäftigt, das Geschäft mit halbiertem Risiko fährt und etwa 10% weniger Eigenkapital bindet. Corporates & Markets ist zuversichtlich, die Rendite weiter steigern zu können.

Im Segment International Corporate Banking ist das Firmenkundengeschäft in Westeuropa, Nordamerika und Asien gebündelt. In allen drei Regionen arbeitet die Bank profitabel. Die operative Eigenkapitalrendite erreichte 21,5%. Gleichwohl ortet der Vorstand hier noch erhebliches Rationalisierungspotenzial. Deshalb werden derzeit die Strukturen der westeuropäischen Stützpunkte einem Optimierungsprozess zur Verbesserung der Rentabilität unterworfen. In einem zweiten Schritt sollen die asiatischen Einheiten folgen.

Ein ausgesprochen starkes Jahr war 2005 für das Segment Hypothekenbanken. Durch die gute Entwicklung sowohl der Eurohypo als auch der Hypothekenbank in Essen schnellte das Ergebnis auf 350 Mio Euro. Dies entspricht einer operativen Rendite von 34,8% bei einer Aufwandsquote von nur rund 11%.


Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (in Millionen Euro):

2005*)2004in % 4. Qu. 2005*)4. Qu. 2004
Zinsüberschuss31723013+5,3833747
Risikovorsorge(566)(836)-32,3(40)(185)
Provisionsüberschuss24152250+7,3 645570
Handelsergebnis707539+31,2 217103
Hedgeergebnis(22) 6 .-(1)
Ergebnis aus Beteiligungs- und Wertpapierbestand647339+90,9 19082
Verwaltungsaufwand46624493+3,8 13701159
Sonstiges Ergebnis26193-86,5 (9) 9
Operatives Ergebnis17171011+69,8 466166
Planmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte-83.-22
Restrukturierungsaufwand37 132-72,0 37-
Ergebnis vor Steuern1680796+111,1 429 144
Steuern409353+15,9 8447
Ergebnis nach Steuern1271443+186,934597
Konzernüberschuss1165362+221,833392
Ergebnis je Aktie in Euro1,930,61   
Operative Eigenkapitalrendite16,8%9,9%   
Operative Aufwandsquote67,1%70,9%   
Eigenkapitalrendite nach Steuern12,4%4,0%   
Kernkapitalquote (nach BIZ)8,1% 7,5%   
Bilanzsumme (Mrd Euro)445 425   
Risikoaktiva (Mrd Euro)150140   

*)vorläufig, untestiert; Minus-Zahlen in Klammern.

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