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09. August 2006

Zwischenbericht zum 30. Juni 2006

  • Commerzbank mit gutem operativen Ergebnis: Ertragsschub durch Eurohypo-Konsolidierung und geändertes Geschäftsmodell bei Corporates & Markets
  • Konzernüberschuss steigt im 1. Halbjahr auf 1.025 Mio Euro - Eigenkapitalrendite nach Steuern von 17,9%


Die Commerzbank-Gruppe - erstmals einschließlich der voll konsolidierten Eurohypo - hat im 2. Quartal 2006 ein operatives Ergebnis von 700 Mio Euro erwirtschaftet. Der Konzernüberschuss - unter Berücksichtigung eines Restrukturierungsaufwands von 214 Mio Euro - erreichte 285 Mio Euro.

Für das 1. Halbjahr insgesamt weist die Bank ein operatives Ergebnis von 1.659 Mio Euro und einen Konzernüberschuss von 1.025 Mio Euro aus. Das entspricht, bezogen auf die erhöhte Aktienanzahl, einem Gewinn je Aktie von 1,56 Euro. Die Eigenkapitalrendite auf den Konzernüberschuss beträgt 17,9%.

Der Vorstand zeigt sich im neuen Zwischenbericht mit der Entwicklung des Commerzbank-Konzerns durchaus zufrieden: "Wir haben ein gutes operatives Ergebnis erzielt; dazu haben alle Geschäftsfelder beigetragen. Wesentliche Ergebnistreiber waren die Eurohypo-Konsolidierung und das veränderte Geschäftsmodell bei Corporates & Markets. Die Entscheidung, unser Investment Banking neu auszurichten, war richtig. Die Fokussierung auf kundenbezogenes Geschäft und der Verzicht auf dedizierten Eigenhandel zahlen sich aus. Trotz der guten Entwicklung sind die Kostenbasis und damit die Aufwandsquoten in einigen Geschäftsfeldern noch zu hoch, um dauerhaft wettbewerbs- und zukunftsfähig zu sein. Aus diesem Grund laufen derzeit verschiedene Effizienzsteigerungsprogramme - vor allem im Privatkundengeschäft, im IT-Bereich und im Transaction Banking."


Gutes Handelsergebnis

Bemerkenswert im 2. Quartal war vor allem das gegenüber dem Vorquartal weiter auf 355 Mio Euro gesteigerte Handelsergebnis. Besonders erfolgreich war wieder das Geschäft mit Aktienderivaten. Das Handelsergebnis von 691 Mio Euro in den ersten sechs Monaten war das bislang beste Halbjahresresultat der Commerzbank.

Zu dem starken Anstieg des Zinsüberschusses im 2. Quartal hat insbesondere die Eurohypo beigetragen. Profitiert hat der Zinsüberschuss ferner von wieder anziehenden Ergebnissen der inländischen Treasury-Aktivitäten. Auf der anderen Seite wurde das Zinsergebnis belastet durch planmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Eurohypo, durch höhere Refinanzierungskosten für diese Beteiligung sowie durch die Aufwendungen für das im März erstmals begebene Hybridkapital.

Die Risikovorsorge des 1. Halbjahrs wird mit 379 Mio Euro gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert ausgewiesen. Sie bewegt sich damit innerhalb der Planwerte. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge lag von Januar bis Juni mit 1.506 Mio Euro um gut 26% über Vorjahr.

Den Provisionsüberschuss weist die Bank für das 1. Halbjahr mit 1.377 Mio Euro um 17,6% höher aus. Die Erträge aus dem Kunden-Wertpapiergeschäft waren im 2. Quartal wegen des schwierigeren Marktumfelds zwar etwas niedriger als zuvor, erreichten aber wieder ein gutes Niveau. Besonders kräftig sind im Vorjahrsvergleich die Einnahmen aus dem Asset Management gestiegen, aber auch Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft lieferten solide Beiträge.

Die gesamten Erträge des 1. Halbjahrs 2006 in Höhe von 4,18 Mrd Euro waren um 38% höher als im Jahr zuvor. Gleichzeitig stiegen die Verwaltungsaufwendungen um knapp 15% auf 2,52 Mrd Euro. Dieser Anstieg erklärt sich neben der Eurohypo-Konsolidierung auch aus der guten Geschäftsentwicklung der Bank mit der Folge höherer erfolgsabhängiger Zahlungen an die Mitarbeiter. Außerdem hat sich die Zahl der inländischen Beschäftigten im 2. Quartal 2006 um rund 400 erhöht. Wie der Vorstand im Zwischenbericht schreibt, behält eine strikte Kostendisziplin weiterhin höchste Priorität.

Die Konzernbilanzsumme ist im 2. Quartal planmäßig weiter auf 616 Mrd Euro abgeschmolzen. Die Kernkapitalquote (inklusive Marktrisikoposition) wird zur Jahresmitte mit 6,5% im Bereich der diesjährigen Zielmarke ausgewiesen.


Neue Segmentstruktur: Corporates & Markets sowie Mittelstandsbank ragen heraus

Durch die Integration der Eurohypo haben sich auch die Aufbauorganisation und somit die Darstellung des Segmentberichts wesentlich geändert. Neben die bisherigen operativen Unternehmensbereiche Private Kunden und Asset Management einerseits und Corporate und Investment Banking andererseits tritt jetzt ein weiterer Bereich Commercial Real Estate, Public Finance und Treasury. Eine weitere Änderung betrifft den Bereich Corporate und Investment Banking, der statt bislang drei nur noch aus zwei Segmenten besteht, indem das International Corporate Banking den beiden Segmenten Mittelstandsbank sowie Corporates & Markets zugeordnet wurde.

Als weitere Änderung wird das private Baufinanzierungsgeschäft der Eurohypo jetzt im Segment Privat- und Geschäftskunden ausgewiesen. In dieser neuen Aufstellung hat es im 1. Halbjahr bei veränderten Bedingungen an den Kapitalmärkten ein operatives Ergebnis von 163 Mio Euro erzielt. Dabei ist zu beachten, dass dieses Geschäftsfeld den größten Teil des erfolgsbezogenen Personalkostenanstiegs schultern muss. Die operative Eigenkapitalrendite erreichte 14,8%. Außerdem trägt dieses Geschäftsfeld einen Restrukturierungsaufwand von 96 Mio Euro für den Aufbau der neuen Retail-Kreditplattform.

Im Asset Management sind die Erträge im 1. Halbjahr um fast 30% gestiegen. Zur Jahresmitte wurden 104 Mrd Euro für private und institutionelle Kunden verwaltet. Die operative Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 23,8%.

Die Mittelstandsbank der Commerzbank machte im 1. Halbjahr 2006 weitere Fortschritte. Dazu beigetragen hat auch die polnische Tochter BRE Bank mit dem besten Ergebnis der letzten sechs Jahre. Die operative Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf nunmehr 18,9%.

Einen großen Sprung machte das Ergebnis im Geschäftsfeld Corporates & Markets. Bei volatilen Märkten und historisch niedrigem Risikoniveau konnte es in den ersten sechs Monaten sein operatives Ergebnis kräftig auf 346 Mio Euro steigern. Das entspricht einer Rendite von 27%.

In den beiden neuen Segmenten Commercial Real Estate sowie Public Finance und Treasury sind die Zahlen wegen der erst zum 2. Quartal greifenden Vollkonsolidierung der Eurohypo mit dem Vorjahr kaum zu vergleichen. Die operativen Eigenkapitalrenditen erreichten im 1. Halbjahr 13,7% beziehungsweise 33,1%.

Hinweis: Der komplette Zwischenbericht steht im Internet hier zur Verfügung.

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