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03. August 2005

Commerzbank-Zwischenbericht zum 30. Juni 2005

  • Höherer Gewinn im ersten Halbjahr
  • Zielrendite von 8% bleibt realistisch
  • Vorstand ist zuversichtlich für zweites Halbjahr

Die Commerzbank ist im zweiten Quartal dieses Jahres operativ gut vorangekommen. Vor allem Zins- und Provisionsüberschuss entwickelten sich sehr erfreulich. Ihre Kosten hat die Bank weiter im Griff, und bei der Risikovorsorge stehen die Zeichen anhaltend auf Entwarnung. Allein das Handelsergebnis war schwach.

Im ersten Halbjahr insgesamt erreichte die Bank einen Konzernüberschuss von 570 Mio Euro. Dies waren 17,3% mehr als im guten ersten Halbjahr 2004. Entsprechend verbesserte sich die Eigenkapitalrendite nach Steuern auf hochgerechnet 12,6%. Wie der Vorstand im Zwischenbericht zum 30. Juni schreibt, bleibt damit das Jahresziel einer Nachsteuerrendite von mindestens 8% realistisch. Im weiteren Jahresverlauf will er trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds und schwacher Kreditnachfrage an das gute erste Halbjahr anschließen.


Ertragsqualität verbessert sich

Der Rückgang des Konzernüberschusses im zweiten Quartal sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum zweiten Quartal 2004 ist ausschließlich auf die diesmal geringen Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren und Beteiligungen sowie auf das schwache Handelsgeschäft zurückzuführen. Dagegen erreichte der Zinsüberschuss einen ausgezeichneten Wert. Hierzu beigetragen haben auch höhere Einnahmen aus Dividendenzahlungen sowie steigende Zinserträge bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Gleichzeitig konnte die Risikovorsorge gegenüber dem ersten Quartal weiter auf 177 Mio Euro verringert werden. Für das erste Halbjahr wurden insgesamt 375 Mio Euro Wertberichtigungen eingestellt, exakt die Hälfte des aus heutiger Sicht erwarteten Betrags von höchstens 750 Mio Euro für das Gesamtjahr 2005.

Im ebenfalls verbesserten Provisionsüberschuss spiegeln sich höhere Erträge aus dem Wertpapiergeschäft mit Kunden sowie aus der Vermögensverwaltung wider. Weiterhin gut laufen ferner der Zahlungsverkehr und das Auslandsgeschäft.

Die Steigerungen bei Zins- und Provisionsüberschuss bedeuten eine insgesamt spürbar verbesserte Ertragsqualität. Auf der anderen Seite enttäuschte das Handelsergebnis mit lediglich 11 Mio Euro. Es hat sich allerdings im Juni und Juli wieder deutlich erholt.

Belastend wirkten die temporären Marktturbulenzen im Anleihegeschäft und das Zurückfahren der nicht-kundenorientierten Eigenhandelsaktivitäten mit dem Ziel, das Ergebnis künftig stabiler zu gestalten. Angesichts dieser Sondereffekte im Handelsergebnis ist der Vorstand mit dem operativen Ergebnis des zweiten Quartals zufrieden.


Geschäftsfelder meist mit guter Entwicklung und Perspektiven

Die großen Geschäftsfelder der Commerzbank zeigten sowohl im zweiten Quartal wie auch in den ersten sechs Monaten insgesamt eine überwiegend erfreuliche Entwicklung. Dies gilt auch für den Bereich Privat- und Geschäftskunden, der für das erste Halbjahr ein operatives Ergebnis von 153 Mio Euro ausweist. Dies entspricht einer Eigenkapitalrendite von mehr als 16%. Und dies, obwohl nennenswerte Investitionen zunächst einmal ergebnisbelastend wirken. Zu erwähnen sind hier insbesondere die Wachstumsprogramme im Private Banking und bei der Tochtergesellschaft comdirect bank oder die Umwandlung von knapp 100 Standorten in Filialen der Zukunft.

Im Asset Management blieben im zweiten Quartal die Erträge auf dem Niveau des ersten Quartals, doch fiel das operative Ergebnis wegen Einmalbelastungen deutlich geringer aus. Mit über 20% lag die operative Eigenkapitalrendite im gesamten ersten Halbjahr aber immer noch bei einem guten Wert. Für das zweite Halbjahr bleibt der Vorstand positiv gestimmt.

Erfreulich hat sich die Mittelstandsbank entwickelt. Das operative Ergebnis verbesserte sich im ersten Halbjahr kräftig auf 171 Mio Euro. Die operative Eigenkapitalrendite stieg auf 11,6%. Gleichzeitig ging die Aufwandsquote auf gute 54,4% zurück. Der Vorstand ist überzeugt, dass dieses Segment auch im zweiten Halbjahr auf seinem erfolgreichen Weg vorankommen wird.

Während das International Corporate Banking sein Ergebnis ebenfalls steigern konnte, musste das neu formierte Geschäftsfeld Corporates & Markets einen Einbruch hinnehmen. Aufgrund des stark rückläufigen Handelsergebnisses war das gesamte operative Ergebnis im zweiten Quartal mit 55 Mio Euro negativ. Die Bank zeigt sich zuversichtlich, nach den Umstrukturierungen in den nächsten Quartalen wieder bessere Erträge erzielen zu können.

Ein ausgezeichnetes Ergebnis lieferte das Segment Hypothekenbanken. Die Eigenkapitalrendite lag nach sechs Monaten bei 32,1%, die Aufwandsquote bei nur noch gut 10%.


Konzernbilanzsumme steigt wieder

Die Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zur Jahresmitte bei 445 Mrd Euro und somit um fast 20 Mrd Euro höher als Ende 2004. Mit der Kernkapitalquote von 7,0% fühlt sich der Vorstand weiterhin gut aufgestellt und kann damit auch Wachstumsspielräume nutzen, wie es im Zwischenbericht heißt. Die Neubewertungsrücklage hielt sich trotz Beteiligungsverkäufen mit mehr als 1,5 Mrd Euro zur Jahresmitte auf hohem Niveau.

Der komplette Zwischenbericht steht Ihnen hier zur Verfügung.

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