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03. November 2005

Commerzbank-Zwischenbericht zum 30. September 2005

Commerzbank übertrifft im 3. Quartal mit 262 Mio Euro Konzernüberschuss die Erwartungen

Entgegen der Tendenz in den Vorjahren hat die Commerzbank von Juli bis September 2005 eines der besten dritten Quartalsergebnisse ihrer Geschichte erzielt und die internen wie externen Erwartungen übertroffen. Sowohl das operative Ergebnis von 419 Mio Euro als auch der Konzernüberschuss von 262 Mio Euro liegen nicht nur weit über den Vergleichswerten des Vorjahrs, sondern auch deutlich über jenen des zweiten Quartals.

Geprägt wird das Zahlenwerk von einem weiteren Rückgang der Risikovorsorge und einem kräftig steigenden Handelsergebnis. Gleichzeitig belegen der anhaltende Aufwärtstrend beim Provisionsüberschuss und ein starker Zinsüberschuss die verbesserte Qualität der Erträge. Alle großen Geschäftsbereiche haben im dritten Quartal gut abgeschnitten und wesentliche Beiträge zum Gesamtergebnis geleistet. Dies beweist, dass sich der zurückliegende harte Restrukturierungskurs, die diversen Programme zur Ertragssteigerung und die anhaltende Kostendisziplin nun auszahlen.


Zuversicht für das Jahresergebnis und Dividendenphantasie

Nach neun Monaten insgesamt beträgt das operative Ergebnis der Commerzbank 1251 Mio Euro. Es war damit bereits um fast ein Viertel höher als im gesamten Vorjahr. Dabei konnten nicht nur die Verwaltungsaufwendungen nochmals leicht um gut 1% gesenkt, sondern - besonders erfreulich - die Erträge um fast 9% gesteigert werden.

Der Konzernüberschuss von 832 Mio Euro übertraf nach neun Monaten das - durch Restrukturierungsaufwendungen belastete - letztjährige Gesamtergebnis sogar schon um mehr als das Doppelte. Auch das Ergebnis je Aktie von 1,40 Euro - nach 0,46 Euro im Vergleichszeitraum 2004 - zeigt die bemerkenswerten Ergebnisfortschritte. Die Bank will in diesem Jahr eine Eigenkapitalrendite von über 8% nach Steuern (ohne Sondererträge aus Beteiligungsverkäufen) erreichen. Nach neun Monaten lag diese Marke bei hochgerechnet 12,1% und damit über der Zielvorgabe. Die operative Aufwandsquote verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 69,0% auf 64,9%. Sollte sich diese positive Entwicklung im vierten Quartal fortsetzen, "wollen wir unsere Aktionäre über eine Erhöhung der Dividende am Erfolg beteiligen", wie der Vorstand im neuen Zwischenbericht schreibt.

Als erfreulich wertet der Vorstand ferner die weiter auf nunmehr 1,78 Mrd Euro gestiegene Neubewertungsrücklage. Zwei Drittel dieser Reserven stammen aus dem Aktienbereich, obwohl die Bank den Abbau ihrer nicht-strategischen Beteiligungen konsequent fortsetzte. Die Kernkapitalquote wird zum 30. September mit 6,7% zwar etwas niedriger ausgewiesen, bewegt sich aber weiter auf komfortablem Niveau. Einschließlich des bisher erzielten Konzerngewinns liegt die Quote sogar bei 7,2%.


Alle Ertragskomponenten im Plus

Im Einzelnen zeigen alle großen Ertragskomponenten im Vorjahrsvergleich deutliche Fortschritte. Der Zinsüberschuss von 2339 Mio Euro war nach neun Monaten um gut 3% höher, unter anderem weil die Bank inzwischen wieder auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt ist. So liegt die Konzernbilanzsumme Ende September mit 458 Mrd Euro um knapp 8% höher als Ende 2004. Ähnlich ist die Tendenz bei den Risikoaktiva, die in dieser Zeit um knapp 7 Mrd Euro auf zuletzt 146,6 Mrd Euro zugenommen haben.

Weiter sehr günstig verläuft die Risikovorsorge. Dank anhaltender Entspannung bei den Kreditrisiken und einer in der Vergangenheit konservativen Wertberichtigungspolitik konnte sie nochmals zurückgenommen werden auf einen Planwert von unter 680 Mio Euro für das Gesamtjahr 2005.

Die stetige Verbesserung beim Provisionsüberschuss hält ebenfalls an. Vor allem im kundenbezogenen Wertpapiergeschäft und in der Vermögensverwaltung, aber auch im Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft zeigen die Einnahmen deutlich nach oben.

Nach dem Einbruch im zweiten Quartal hat die Commerzbank mit Rückenwind der Märkte im dritten Quartal auch wieder ein starkes Handelsergebnis erzielt. Mit 490 Mio Euro von Januar bis September liegt es um 12,4% höher als im letzten Jahr. Wenig Veränderung zeigt hingegen das Ergebnis aus dem Wertpapier- und Beteiligungsbestand: In den 79 Mio Euro des dritten Quartals ist ein Gewinn von rund 25 Mio Euro aus dem Verkauf einer 10%igen Beteiligung an der Heidelberger Druckmaschinen AG enthalten.


Segmente mit ausgezeichneter Performance

Das Segment Privat- und Geschäftskunden hat im dritten Quartal ein stabiles operatives Ergebnis von 80 Mio Euro erzielt. Nach neun Monaten insgesamt waren es 233 Mio Euro, die einer Eigenkapitalrendite von 16,5% entsprechen. Der leichte Rückgang im Jahresvergleich entspricht den Erwartungen des Vorstands und ist ausschließlich auf höhere Kosten im Zusammenhang mit Investitionen in die Zukunft dieses Geschäftsbereichs zurückzuführen. Dies betrifft etwa die Wachstumsprogramme im Private Banking, bei Geschäftskunden und der Tochtergesellschaft comdirect bank sowie die Einrichtung weiterer "Filialen der Zukunft".

Das Geschäftsfeld Asset Management hat im dritten Quartal deutlich besser abgeschnitten als im Vorquartal. Bis September insgesamt wurde ein operatives Ergebnis von exakt 100 Mio Euro erzielt. Die Eigenkapitalrendite von 25,3% ist zwar niedriger als 2004, aber weiterhin auf gutem Niveau.

Eine beeindruckende Entwicklung nimmt die Mittelstandsbank. Aufgrund höherer Einnahmen aus Provisions- und Handelsgeschäften sowie verringerter Risikovorsorge konnte sie auch im dritten Quartal ein hohes Ergebnis von unverändert 103 Mio Euro erzielen. Darin enthalten sind die guten Zahlen der polnischen Tochter BRE Bank. In den ersten neun Monaten sprang die Eigenkapitalrendite gegenüber dem Vorjahr von 5,4% auf gute 12,2%.

Die starke Verbesserung des Ergebnisses im International Corporate Banking resultiert zum Teil aus Einmalerträgen. Alles in allem zeigt sich der Vorstand mit dem internationalen Firmenkundengeschäft noch nicht zufrieden. Er kündigt deshalb den Start eines Programms zur Verbesserung der Ertragskraft und zur Kostenreduzierung an.

Die vor genau einem Jahr eingeleitete und inzwischen umgesetzte Neuausrichtung des Investment Banking und die Schaffung des Geschäftsfelds Corporates & Markets trägt bereits Früchte.

Durch die Verringerung des Risikos und der Volatilität, durch Kostensenkungen und eine Konzentration auf kundenbezogenes Geschäft sind die Weichen gestellt, um künftig stabilere Ergebnisse erzielen zu können als in der Vergangenheit. So konnte, auch mit Unterstützung der Märkte, das schwache zweite Quartal bereits wieder ausgeglichen werden. Die 82 Mio Euro operatives Ergebnis bedeuten das bislang beste Ergebnis eines dritten Quartals in diesem Bereich.

Viel Freude bereiten der Commerzbank die Beteiligungen an Hypothekenbanken. Das operative Ergebnis verbesserte sich im dritten Quartal nochmals auf 98 Mio Euro. Nach neun Monaten erreicht die Eigenkapitalrendite stolze 34,4% und übertrifft damit alle anderen Segmente der Bank. Der Vorstand erwartet hier auch für die Zukunft stabile Ergebnisbeiträge.


Commerzbank-Konzern: Gewinn- und Verlustrechnung (in Millionen Euro):

Jan.-Sept.2005Jan.-Sept.2004 1)3. Qu.20053. Qu.2004 1)
Zinsüberschuss23392266771719
Risikovorsorge(526)(651)(151)(199)
Provisionsüberschuss17701680599526
Handelsergebnis490436217(9)
Hedgeergebnis(22)7(5)14
Ergebnis aus Beteiligungen/Wertpapieren4572577923
Sonstiges betriebl. Ergebnis35184635
Verwaltungsaufwand3292333410971086
Operatives Ergebnis125184541923
Abschreibungen auf Firmenwerte-61-20
Restrukturierungsaufwand-132-132
Ergebnis vor Steuern1251652419(129)
Steuern32530612671
Ergebnis nach Steuern926346293(200)
Konzernüberschuss832270262(216)
Gewinn je Aktie in Euro1,400,46  
Eigenkapitalrendite nach Steuern 2)12,1%3,9%  
Operative Aufwandsquote64,9%69,0%  

1) Die ab 1.1.2005 geltenden neuen IAS/IFRS-Regeln führen auch rückwirkend für 2004 zu kleinen Änderungen gegenüber dem bisherigen Ausweis.


2) auf das Jahr hochgerechnet.


Minus-Zahlen in Klammern


Der komplette Zwischenbericht steht Ihnen hier zur Verfügung.

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