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09. April 2002

Commerzbank zuversichtlich für 2002

Nachdem für die ganze Branche schwierigsten Jahr seit zwei Dekaden zeigt sich die Commerzbank für das Jahr 2002 wieder zuversichtlich. Insbesondere bei der Kostenentwicklung macht die Bank erkennbare Fortschritte. So ist der gesamte Verwaltungsaufwand im 1. Quartal 2002 unter dem entsprechenden Vorjahresbetrag geblieben. Der Vorstand erwartet, dass sich diese Tendenz fortsetzt und hält - bei einer Belebung der Finanzmärkte im weiteren Verlauf - im gesamten Jahr ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 700 bis 800 Mio Euro für realistisch. Mögliche Beteiligungsverkäufe und ein Ertrag aus der Endkonsolidierung der Hypothekenbank-Tochter RheinHyp sind in diesem Betrag noch nicht enthalten. Für das 1. Quartal schätzt Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller das Ergebnis auf voraussichtlich 150 Mio Euro. Die Ertragswende wäre damit geschafft.


Die Kostenbremse greift

Wie Müller auf der Bilanz-Pressekonferenz des Instituts am 9. April weiter sagte, sei die Commerzbank trotz des schwierigen Bankenjahrs 2001 keine Schönwetterbank, die Schlechtwetterfronten nicht meistern könne. Auch Kommentare, wonach sich die deutschen Banken insgesamt in einer schweren Krise befänden, zeichnen seiner Meinung nach ein falsches Bild. Richtig sei, dass sie im internationalen Wettbewerb mit einem erheblichen Handycap antreten müssten, weil das Protektorat öffentlich-rechtlicher Banken Reformen und Konzentrationsprozesse in Deutschland verhindert habe. Insofern erwiesen sich die deutschen Banken tatsächlich als ertragsschwach.

Die Commerzbank hat auf die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen mit einer umfassenden Kostenoffensive und einer Ertragsoffensive unter dem Projektnamen CB 21 reagiert. Auf der Kostenseite zeichnen sich die Erfolge inzwischen klar ab. Ziel der Bank ist es, die gesamten Verwaltungsaufwendungen des laufenden Jahres auf das Niveau von 2000 zu drücken. Hierzu trägt neben diversen organisatorischen Maßnahmen und einem Abbau von 3400 Arbeitsplätzen auch die weitere Straffung des Filialnetzes bei.

Bis Ende 2002 soll die Zahl der inländischen Filialen auf 725 verringert werden - 200 weniger als zwei Jahre zuvor. Diese Zahlen belegen, dass die Commerzbank den im Herbst 2000 begonnenen Umbau des Konzern in Richtung eines schlanken, flexiblen und modernen Finanzdienstleisters in der Mitte Europas mit Nachdruck vorantreibt. Müller sagte, es sei Ausdruck dieser Zuversicht, dass sich die Bank trotz des schwachen Jahrs 2001 für die Zahlung einer - auf 0,40 Euro halbierten - Dividende entschieden habe. Er wertete diese ferner als ein Stück Dividendenkontinuität für die vielen Commerzbank-Aktionäre, die der Aktie auch während des starken Kursrückgangs die Treue hielten.


Sonderbelastungen prägten das Ergebnis 2001

Im Jahr 2001 musste die Commerzbank zusätzlich zu den laufenden Aufwendungen zahlreiche Sonderbelastungen verkraften, etwa einen substantiellen Beitrag für die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, die Kosten der Euro-Bargeldumstellung und einen Restrukturierungsaufwand von 282 Mio Euro, insbesondere für Personalabbau und Filialschließungen. Hinzu kam die Aufstockung der Risikovorsorge um gut ein Drittel. In Relation zum Kreditvolumen weist die Commerzbank aber immer noch eine recht niedrige Risikovorsorgequote von 0,39% auf. Deutlich höher fiel die Risikovorsorge vor allem bei kleineren mittelständischen Unternehmen aus. "Dies bedeutet aber nicht, dass wir uns aus diesem Segment zurückziehen wollen, wohl aber, dass wir hier besser hinsehen und selektiver werden müssen", verdeutlichte Müller sein Bekenntnis für den Mittelstand. In den letzten drei Jahren hat die Commerzbank ihre entsprechenden Ausleihungen zwischen 12 und 18% jährlich erhöht. Es bleibe Ziel der Commerzbank Deutschlands Mittelstandsbank Nr. 1 zu werden.

Unter dem Strich, das heißt nach Abzug aller Aufwendungen von den - konjunktur- und börsenbedingt - schwächeren Erträgen verblieb für die Commerzbank im Jahr 2001 ein Ergebnis vor Steuern von 43 Mio Euro. Auf Grund eines positiven Steuerertrags und nach Abzug der konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne errechnet sich ein Konzern-Jahresüberschuss von 102 Mio Euro.



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