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05. Februar 2001

Commerzbank:
Mit neuer Struktur ins 21. Jahrhundert
Eine Milliarde Euro Zusatzertrag bis 2003

Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat auf seiner Sitzung am 5. Februar die Pläne des Vorstands zur organisatorischen Neupositionierung der Bank unter dem Projektnamen CB 21 mit großer Zustimmung zur Kenntnis genommen. Nach den Worten von Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen wird die Commerzbank mit CB 21 ihre Stellung als großer europäischer Finanzkonzern festigen. "Durch eine strikt kundenorientierte Ausrichtung bei gleichzeitiger Konzentration auf Kernkompetenzen und Beachtung der Skaleneffekte dienen wir den Interessen unserer Kunden und erhöhen den Shareholder Value. Und das werden wir erreichen, ohne in größerem Umfang Mitarbeiter frei setzen zu müssen."

Die wichtigsten Schritte auf diesem Weg sind:

1.Konzentration auf Kernkompetenzen und den Markt Europa,
2.Ausschöpfung der Kundenpotenziale durch Kundennähe und Integration,
3.Erreichen einer kritischen Größe in allen Teilmärkten,
4.Umfangreiche Investitionen in neue Technologien, um eine der führenden Internetbanken Europas zu bleiben.

Hinter diesen strategischen Prioritäten verbirgt sich eine Vielzahl von Projekten und Maßnahmen, deren Umsetzung eine kontinuierliche und deutliche Steigerung der operativen Erträge erwarten lässt: von einem zusätzlichen Ergebnis vor Steuern in Höhe von 140 Mio Euro schon im laufenden Jahr über gut 1 Mrd Euro im Jahr 2003 bis fast 1,6 Mrd Euro im Jahr 2005.

Im Einzelnen wird die Straffung des inländischen Filialnetzes um 152 Einheiten - bei weiterhin voller Präsenz in der Fläche - bis 2005 mit 165 Mio Euro ergebniswirksam; der Ausbau der sehr weit reichenden Allfinanz-Kooperation mit der italienischen Generali-Gruppe und ihren deutschen Einheiten sowie weitere Vertriebsverbesserungen im Privatkundengeschäft erbringen zusammen 360 Mio Euro. Aus Kapitalfreisetzung und -optimierung vor allem im Firmenkundengeschäft sowie der Intensivierung der Corporate Finance-Aktivitäten erwartet die Commerzbank knapp 150 Mio Euro und aus der engen Verzahnung des Firmenkundengeschäfts mit dem Investment Banking nochmals gut 300 Mio Euro. Eine ähnliche Größenordnung werden diverse Strukturverbesserungen und das Wachstum im Asset Management bringen. Die Straffung des Auslandsnetzes, die Zusammenfassung der Treasury-Aktivitäten und die Bündelung der Support-Funktionen führen zu einem zusätzlichen Vorsteuerergebnis von etwa 238 Mio Euro.

Größere Kundennähe durch zwei operative Unternehmensbereiche

Im Mittelpunkt einer noch stärker kundengruppen-orientierten Organisation steht mit Wirkung vom 1. Januar 2001 an - wie bereits früher angekündigt - eine Konzentration des operativen Geschäfts von bislang drei auf nur noch zwei große Unternehmensbereiche

1.Im Bereich "Private Kunden und Asset Management" werden sämtliche nationalen und internationalen Aktivitäten mit privaten Kunden sowie die Anlage und Verwaltung von Vermögen für Private und Institutionen zusammen gefasst. Die beiden Geschäftsfelder werden von je einem Vorstandsmitglied voll verantwortlich geleitet.
2.Im Bereich "Firmenkunden und Investment Banking" werden alle Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen und Institutionen sowie die Produkt- und Handelsbereiche des Investment Banking verknüpft. Die insgesamt sieben Geschäftsfelder werden ebenfalls von je einem Vorstand in klarer Verantwortung geführt. Im Investment Banking wird insbesondere der Bereich Fixed Income verstärkt und der Bereich M&A/Advisory neu aufgebaut.

Die beiden anderen, nicht-operativen Unternehmensbereiche "Konzernsteuerung" und "Services" bleiben in ihrer bisherigen Struktur unverändert. Auf eine einfache Formel gebracht, heißt das laut Kohlhaussen, dass die "Commerzbank künftig unter einer virtuellen Holding mit den Stäben der Konzernsteuerung je eine Privatkundenbank und eine Firmenkundenbank bildet, die durch einen gemeinsamen Bereich Services unterstützt wird".

Überprüfung der Auslandspräsenz

Neben der Durchleuchtung des inländischen Filialsystems hat der Vorstand auch das Netz der operativen Auslandseinheiten und Repräsentanzen hinsichtlich nachhaltiger Ertragskraft und weiterer Perspektiven einer kritischen Prüfung unterzogen. Die Commerzbank legt ihren geschäftlichen Schwerpunkt auf Europa und durch Zusammenfassung von Treasury-Aufgaben, Zentralisierung von Back-Office-Funktionen und Vereinheitlichung des Marktauftritts sollen Synergien genutzt werden. Gleichzeitig wird der Vertrieb mit Firmenkunden intensiviert.

Außerhalb Europas sollen jene Stützpunkte und Beteiligungen aufgegeben werden, die für eine europäisch ausgerichtete Bank strategisch nicht erforderlich sind. Bereits geschlossen wurden in den letzten Monaten die Repräsentanzen in Toronto, Sydney und St. Petersburg. Alle außereuropäischen Aktivitäten im Commercial Banking werden konsequent von regionalen Zentren in New York und Singapur gesteuert

"Diese Maßnahmen zeigen, dass sich die Commerzbank rasch zu einem integrierten Finanzdienstleister mit ausgeprägter Kundennähe wandelt. Sie wird sich künftig noch mehr auf ihre Stärken wie hohe Kundenzufriedenheit, großer Kundenstamm, hochwertige Produkte und fortschrittliches E-Banking im europäischen Kontext konzentrieren und vom Wettbewerb differenzieren", so Kohlhaussen.

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