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16. Oktober 2001

Commerzbank: Mit Schlankheitskur zurück zu alter Ertragsstärke

Mit einem umfassenden Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm reagiert die Commerzbank auf die konjunktur- und börsenbedingt enttäuschende Ergebnisentwicklung der letzten Monate. Wie Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main ausführte, sei es Ziel, den Verwaltungsaufwand des kommenden Jahres etwa auf das Niveau von 2000, das heißt auf rund 5,5 Mrd Euro zu drücken. Bereits Anfang Juni war der Vorstand wegen des zu starken Kostenauftriebs auf die Bremse getreten und hatte, unter anderem durch einen Einstellungsstopp, Einsparungen in Höhe von rund 240 Mio Euro noch für das laufende Jahr verfügt.

Weniger Sachkosten ...

Die Kostenoffensive führt sowohl beim Sach- als auch beim Personalaufwand zu deutlichen Einschnitten: Eine Entlastung von 110 Mio Euro bringt im Jahr 2002 die Reduzierung der IT-Projekte, weitere 100 Mio Euro betreffen Kürzungen des Kommunikationsbudgets. Auf die Senkung der Beratungskosten und sonstiger Aufwendungen wie Reisekosten entfallen 150 Mio Euro.

... und Abbau von 3.400 Arbeitsplätzen

Im Personalbereich ist bis zum Jahr 2003 ein Abbau von 3.400 Mitarbeitern vorgesehen, etwa 8,5% der aktuellen Belegschaft von rund 40.000. Müller betonte, dass neben dem Ausnutzen der natürlichen Fluktuation von 6% in den vergangenen Jahren für den Abbau sozialverträgliche Lösungen gefunden werden sollen einschließlich des forcierten Einsatzes aller erprobten Rezepte wie Altersteilzeit und Vorruhestand. Dennoch werde die Bank erstmals nicht um betriebsbedingte Kündigungen herum kommen.

Der größte Teil des Personalabbaus betrifft das Geschäftsfeld Private Kunden. Allein in den Filialen sollen rund 1.100 Stellen eingespart werden. Aber auch in den zentralen Stäben, im Transaction Banking und im Asset Management werde es zu substanziellen Kürzungen kommen, kündigte Müller an. Die Commerzbank passe damit ihre Kapazitäten der deutlich verringerten Nachfrage nach Bankleistungen an. Die Maßnahmen seien geeignet, bereits im kommenden Jahr ein wieder deutlich verbessertes Zahlenwerk vorzulegen und Aufwandsquote sowie Eigenkapitalrentabilität wieder in die richtige Spur zu bringen.

Mit modernen Strukturen in die Zukunft

Flankierend zum Kostensenkungsprogramm hat der Vorstand auf der Grundlage der im mittelfristigen Projekt CB 21 festgelegten Ziele eine Reihe von Maßnahmen zur organisatorischen und strategischen Neustrukturierung beschlossen. Sie entsprechen der Forderung nach einer fokussierten, integrierten und nach vorn orientierten Bank. Hierzu gehören insbesondere im Firmenkundengeschäft eine klare Divisionalisierung für Deutschland und Europa sowie - erstmals in der Geschichte der Bank - die Berufung von vier Regionalvorständen Inland und zwei Europa. Sie sollen die Bank vor allem auch bei der Integration von Firmenkundengeschäft und Investment Banking voranbringen. Im Privatkundengeschäft wird die Commerzbank künftig ebenfalls zwei Regionalvorstände einsetzen.

"Ideen nach vorn"

In seinen strategischen Ausführungen sagte Müller, dass sich die Commerzbank nach Beendigung der Gespräche mit dem italienischen UniCredito nun voll auf die Umsetzung des CB 21-Programms und der Kostenoffensive konzentriere. Bevor diese Aufgaben nicht erledigt und Aufwandsquote sowie Rentabilität nicht wieder auf gutem Niveau sind, werde die Commerzbank von sich aus keine weiteren Fusionsgespräche mit anderen Banken einleiten. Er zeigte sich überzeugt, dass sich die Commerzbank mit Entschlackungskur, klarer geschäftlicher Fokussierung, modernen Organisationsstrukturen und straffer Führung aus dem Tal hocharbeiten werde.

Um den neuen strategischen Aussagen Kraft und Sichtbarkeit zu geben, hat die Commerzbank in den vergangenen Monaten auch ihre Kommunikation neu positioniert. Aus dem bisherigen Slogan "Die Bank an Ihrer Seite" werden "Ideen nach vorn", um Aktivität, Dynamik, Fortschritt und Kreativität der Commerzbank zu versinnbildlichen.


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