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15. November 2000

Commerzbank Zwischenbericht:
Gewinn vor Steuern steigt um 139%
Wichtige strategische Weichenstellungen

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Auf der Grundlage guter Zahlen für die ersten neun Monate erwartet die Commerzbank nach den Worten ihres Vorstandssprechers Martin Kohlhaussen trotz anhaltend labilen Börsenumfelds auch für das gesamte Jahr 2000 ein ausgezeichnetes Ergebnis. Es werde deutlich über den Planansätzen liegen.

Nach neun Monaten zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung des Commerzbank-Konzerns eine kräftige Zunahme sowohl der operativen Erträge als auch der Verwaltungsaufwendungen. Der Zinsüberschuss verbesserte sich im bisherigen Jahresverlauf kontinuierlich und war mit 2,25 Mrd Euro um 13% höher als im Vorjahr, teilweise auf Grund einer Verringerung der erforderlichen Risikovorsorge. Hervorragende Resultate erbrachte der Provisionsüberschuss, der um 37% auf 2,1 Mrd Euro stieg. Vor allem im Asset Management und im Wertpapiergeschäft mit Kunden nahmen die Erträge stark zu. Das Handelsergebnis zeigt noch ein Plus von 22% gegenüber dem Vorjahr; die Zuwachsrate hat sich jedoch in den letzten Monaten wegen der Börsenschwäche verringert.

Im Anstieg der Verwaltungsaufwendungen um 21% spiegelt sich insbesondere der anhaltende Personalaufbau wider. Unter anderem wegen der erstmaligen Einbeziehung der Fondstochter Adig beschäftigte der Commerzbank-Konzern Ende September mit insgesamt 36.382 gut 1.800 Mitarbeiter mehr als im Jahr zuvor. In der Entwicklung des Sachaufwands (+15%) zeigen die eingeleiteten Maßnahmen zur Kostendämpfung erste positive Wirkungen.

Im Sonstigen betrieblichen Ergebnis sind 1.036 Mio Euro als Einmalertrag aus Kapitalerhöhung und Börsengang der Tochter comdirect bank AG enthalten.

Als Saldo aller Erträge und Aufwendungen verbleibt für die ersten neun Monate ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 2,42 Mrd Euro oder 139% mehr als im Vorjahr.

Nach Abzug des Steueraufwands, der sich vor allem durch den comdirect-Ertrag fast verdreifacht hat, sowie der konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Erträge blieb ein Gewinn von 1,44 Mrd Euro (+ 129%) übrig. Er war bereits um mehr als die Hälfte höher als der Gewinn des gesamten Jahres 1999.

Je Aktie verdiente die Commerzbank in den ersten drei Quartalen 2,80 Euro - nach 1,27 Euro im vergangenen Jahr. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern verbesserte sich auf 17,9% bzw. 10,6% ohne Erlös aus der comdirect bank.


Klare Ausrichtung nach Kundengruppen ...

In seinen strategischen Ausführungen kündigte Kohlhaussen auf der Pressekonferenz an, dass die Commerzbank ihre Organisationsstruktur noch kundenorientierter ausrichten und die Aktivitäten der Gruppe stärker fokussieren werde. Ziel sei es, "den Konzern eigenständig weiterzuentwickeln und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern". Dazu werden unter anderem die operativen Aktivitäten statt in bislang drei nur noch in zwei Unternehmensbereichen gebündelt: einen für Private Kunden und Asset Management, der die Schwerpunktverlagerung im Geschäft mit privaten Kunden hin zu Vermögensanlage und -aufbau unterstreicht; einen zweiten als voll integrierte Firmenkunden- und Investmentbank. Die Commerzbank besteht damit künftig faktisch aus zwei Banken, die von einer virtuellen Holding gesteuert werden.


... und Fokussierung auf Kernkompetenzen

In einem zweiten Schritt werden alle Aktivitäten der Gruppe daraufhin überprüft, ob sie als Kernkompetenz betrachtet und weiter ausgebaut werden sollen. Wo die kritische Masse fehlt, werden Geschäfte gegebenenfalls durch Akquisition oder Kooperation gestärkt.

In diesem Zusammenhang kündigte Kohlhaussen an, dass jene Filialstandorte, die keine langfristig stabilen Einheiten mit ausreichendem Kundenstamm und Deckungsbeitrag versprechen, mit anderen zusammengelegt oder geschlossen werden. Die Bank wolle aber durch Stärkung der Beratungskompetenz so viele Standorte wie möglich erhalten. Insgesamt geht Kohlhaussen von einer Reduzierung des inländischen Filialnetzes der Commerzbank um bis zu 200 Filialen aus, vornehmlich in Ballungsräumen. In der Fläche bleibt eine breite Präsenz erhalten. Kohlhaussen sagte weiter: "Wir werden versuchen, möglichst alle Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, wenn auch nicht unbedingt in ihrer bisherigen Position und am bisherigen Platz. Vergleiche mit anderen Banken zeigen: Wir arbeiten in vielen Bereichen effizient und produktiv, so dass sich große Einschnitte in die Personaldecke erübrigen".


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